Aus dem Englischen von Werner Löcher- Lawrence. Gemeinschaft und Zugehörigkeit kennt William Waters nur vom Basketballplatz. Das ändert sich, als er am College die temperamentvolle Julia Padavano kennenlernt und sich in sie verliebt. Er, der eine unglückliche Kindheit erlebt hat, erfährt, was es heißt, eine Familie zu haben. Denn Julia und ihre drei Schwestern sind unzertrennlich und ihre Eltern immer präsent. William wird Teil des so herrlichen wie anstrengenden Chaos aus Liebe und Fürsorge. Zusammen überstehen die Schwestern den Tod des Vaters und den Weggang der Mutter. In allen Krisen geben sie einander Halt und erfreuen sich gemeinsam an Julias Glück mit William. Doch seine tiefe Einsamkeit wirft nicht nur Julias genau durchdachte Pläne für ihre gemeinsame Zukunft über den Haufen, sondern treibt auch die vier Schwestern auseinander - bis ein Schicksalsschlag ihren alten Zusammenhalt erfordert.
Gebannt verfolgt Rezensent Oliver Jungen die Geschichte von vier Schwestern einer italienisch-amerikanischen Familie, die Ann Napolitano hier erzählt. Handlungsort ist Chicago, zu Beginn befinden wir uns in den 1960ern, erzählt wird multiperspektivisch, so Jungen. Die vier Schwestern unterscheiden sich durchaus, erfahren wir, sie ergänzen sich jedoch auch gegenseitig, und vor allem halten sie eng zusammen, die meiste Zeit jedenfalls. Napolitano breitet die Entwicklungen sorgfältig, wenn auch mit etwas zu viel Psychologisierung für den Geschmack des Rezensenten aus. Offensichtlich ist der Roman an Louisa May Alcotts "Little Women" angelehnt, erläutert der Kritiker, dem gefällt, wie reflektiert Napolitano mit dieser Vorlage umgeht. Insgesamt ein Buch, das auf eindrucksvolle Weise belegt, was Familie auch heute noch bedeuten kann, so das insgesamt sehr positive Resümee Jungens.
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