Marion Detjen, Stephan Detjen, Maximilian Steinbeis

Die Deutschen und das Grundgesetz

Geschichte und Grenzen unserer Verfassung
Cover: Die Deutschen und das Grundgesetz
Pantheon Verlag, München 2009
ISBN 9783570550847
Broschiert, 400 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Das Grundgesetz ist ein Spiegel unserer Geschichte. Es verbindet die heutige Demokratie mit ihren Wurzeln in der Freiheits- und Einheitsbewegung des 19. Jahrhunderts, es formuliert eine historische Lehre aus dem Niedergang der Weimarer Demokratie, und es reflektiert die zweifache Diktaturerfahrung dieses Jahrhunderts. Immer öfter stößt es inzwischen jedoch an seine Grenzen und immer öfter entsteht dabei der Eindruck, dass der Verfassungsstaat die Realitäten des 21. Jahrhunderts nur noch teilweise erfasst. Als das Grundgesetz im Mai 1949 in Kraft trat, diente es in erster Linie als Übergangslösung, um das Land schnell regierbar zu machen und die Demokratie in Deutschland zu etablieren. Doch allmählich scheint sich das Bild, das sich Deutschland von seiner Verfassung macht, zu wandeln. Die Selbstzufriedenheit weicht wachsenden Zweifeln an der Zukunftsfähigkeit großer Teile des Grundgesetzes: Mit dem Fortschreiten der europäischen Integration und dem Ineinanderfließen von Innen- und Außenpolitik verschwimmen auch die territorialen Grenzen des Verfassungsstaates. Neu wahrgenommene Herausforderungen wie etwa der Terrorismus drohen tragende Säulen des Grundrechtekatalogs auszuhöhlen. Pünktlich zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes erzählen die Autoren die Geschichte unserer Verfassung und bringen die historischen Bedingungen, die sie möglich und nötig machten, ebenso in den Blick wie ihre Stärken und Schwächen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.05.2009

Anspruchsvoll nicht nur durch seinen Umfang erscheint dieser von Maximilian Steinbeis, Marion Detjen und Stephan Detjen verfasste Band dem Rezensenten Rolf Lamprecht. Der "kühle Blick" der Autoren auf die Verfassung, der Lamprecht auffällt, passt zur kritischen Analyse. Lamprecht kommt richtig ins Schwitzen angesichts der hier vorgelegten Faktenfülle und Informationsdichte. Wenn ihm die Dramaturgie aus Erzählung, höchstrichterlichen Urteilen und Rechtstheorie und -philosophie auch nicht immer aufzugehen scheint, so sind die Antworten, die er in diesem Buch findet, doch meist "ganz konkret".

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