Frankreich mit Chartres und Paris, Konstantinopel, Antiochia und Damaskus, Sizilien und schließlich Spanien waren die wichtigsten Lebensstationen jenes Mannes, der sich als Übersetzer arabischer Schriften - nicht zuletzt des Koran ins Lateinische - einen Namen machte. Es ist eine Reise durch Raum und Zeit, die mit der Veröffentlichung von Hermanns Hauptwerk "De essentiis" im Jahr 1143 endet. Fakten und Fiktion verschmelzen in diesem Streifzug durch eine Epoche, die von manchen als "Renaissance des 12. Jh." bezeichnet wird, als in Spanien Juden, Muslime und Christen gemeinsam wissenschaftlich arbeiteten und sich dabei wechselseitig befruchteten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.11.2020
"Patriarchatskitsch", urteilt die zwischen Spott und Zorn schwankende Rezensentin Gesine Palmer. Verziehen hätte die Rezensentin noch die Genrebezeichnung "Biografie", die ihr im Hinblick auf die Form des Romans und die vielen fiktiven Elemente verfehlt erscheint. Immerhin klärt Mario Rausch in den Anmerkungen über alle erzählerischen Freiheiten auf, die er sich als Autor genommen hat. Verziehen hätte sie ihm auch den "hollywoodartigen" Prolog und die konstruiert wirkende Briefform. Tatsächlich gelingt es ihm, das Interesse an dieser spannenden Figur sowie einer Zeit zu wecken, in der zumindest in Gelehrtenkreisen Menschen verschiedenster Religionen produktiv zusammen arbeiteten. Nicht verzeihen kann sie jedoch die Glorifizierung aristokratischer Männerbünde bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher weiblicher Figuren die nicht einer eindeutigen Objektifizierung zum Opfer fallen, sowie die Verharmlosung von Missbrauch und gewaltvollen Erziehungsmethoden.
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