Victor Margueritte

La Garçonne. Die Aussteigerin

Roman
Cover: La Garçonne. Die Aussteigerin
Ebersbach und Simon, Berlin 2020
ISBN 9783869152103
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Joseph Chapiro. Der Skandalroman der Zwanzigerjahre - wiederentdeckt! Paris, in den 1920er Jahren: Monique Lerbier, Tochter aus reichem Hause, weigert sich, den Mann zu heiraten, den ihr Vater in einem intriganten Mitgifthandel für sie bestimmt hat. Auch bei ihrer Mutter, die mit 50 nur noch ein einziges Lebensziel hat - so auszusehen wie mit 30 - findet sie keine Unterstützung. Angewidert von den Ränkespielen der Bourgeoisie bricht Monique mit ihrer Familie und entwickelt sich zur emanzipierten, unabhängigen Garçonne. Sie steht finanziell auf eigenen Beinen und stürzt sich kopfüber ins rauschhafte Leben der Pariser Boheme, wo die freie Liebe lockt und das Opium ... Der in zwölf Sprachen übersetzte Kult-Bestseller zeigt die Geburtsstunde der "neuen Frau" und bietet eine faszinierende Zeitreise ins Paris der wilden Zwanzigerjahre.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 22.02.2020

Rezensentin Barbara Vinken liest Victor Marguerittes Skandalroman von 1922 als Dokument der sexuellen Emanzipation der Frau. Dass die sexuelle Drastik in der deutschen Fassung zur Orgie light wird, versteht Vinken nicht, zumal für sie mit Keuns "Kunstseidenem Mädchen" ein bereits vergleichbares Pendant vorliegt. Schön findet Vinken, wie der Autor den Lebensekel der durch alle Höllenkreise der Begierde gegangenen Heldin beschreibt, witzig scheint ihr die "Ironisierung machistischer Fantasmen" und erlösend der Schluss, da la Garconne doch noch die große Liebe trifft. Ein Happy End, anders als bei Keun oder in "Madame Bovary", stellt Vinken fest.