Klappentext
Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Das Tal, in dem Costanza aufwächst, scheint in der Zeit erstarrt, genau wie die Menschen mit ihren Regeln und Riten. Während ihre Mutter Augusta noch vor dem Krieg floh und in der Enge Halt fand, träumt die Tochter vom wahren, wilden Leben. Sie treibt sich herum, bis sie Claudio kennenlernt. Doch seine Heroinsucht verschlägt sie in eine Gemeinschaft von Ex-Junkies, in der ganz eigene Zwänge herrschen. Erst ihre Tochter Gaia wird von den Frauen dieser Familie erzählen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2024
Rezensentin Pia Reinacher annonciert einen großen "Frauenfamilienroman" mit diesem dritten Buch der in Italien längst ausgezeichneten Autorin Ginevra Lamberti. Die Kritikerin lässt sich gern ein auf dieses Erzählabenteuer in 37 Sequenzen, die geradezu rauschhaft zwischen Zeiten und Ereignissen springend die Biografien, Sehnsüchte und Illusionen von drei Frauen aus drei Generationen entfalten: Da ist zunächst Großmutter Augusta, die im letzten Kriegsjahr geboren früh als Haushaltshilfe in einer Mailänder Dynastie arbeitet, dann Tochter Constanza, zunächst dem libertären Ruf der Achtundsechziger folgend, dann heroinsüchtig auf der Straße und schließlich in den dubiosen Fängen eines "Führers" und Drogenklinik-Direktors landend und schließlich Enkelin Gaia, die in den Achtzigern aufwächst, das Gymnasium besucht und aus dem familiären Gefüge ausbricht, resümiert die Kritikerin. Dem rasenden Erzählfluss der Autorin, der immer wieder durch Erinnerungen gebrochen wird, kann Reinacher zwar nicht immer gut folgen. Dennoch preist sie diesen Roman als lesenswertes Dokumente über den Wandel der italienischen Gesellschaft, der auch mit einem neuen weiblichen Selbstverständnis einhergeht.
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