Marina Zwetajewa

Versuch, eifersüchtig zu sein

Gedichte russisch und deutsch
Cover: Versuch, eifersüchtig zu sein
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783518223406
Gebunden, 208 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Ilma Rakusa. Die Auswahl bringt in chronologischer Reihenfolge Gedichte Marina Zwetajewas (1892-1941) von 1916 bis 1941; neben Übertragungen - vor allem von Elke Erb sowie von Christa Reinig, Karl Mickel, Felix Philipp Ingold und anderen - finden sich einige Erstübertragungen (von Elke Erb und Ilma Rakusa).

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2002

Marina Zwetajewa, neben der etwas älteren Anna Achmatowa eine der größten russischen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts, liebte den hymnischen Ton, schreibt Kerstin Holm. In ihren frühen Gedichten erklang er noch schwärmerisch, meint Holm, später sei er stolzer und auch zornig geworden, bis Zwetajewa, die sich in die politischen Umbrüche und die Kulturavantgarde ihrer Zeit gestürzt hatte, dieser eine radikale Absage erteilte. Der vorliegende Sammelband enthält eine reiche Auswahl, teilt Holm mit, als Übersetzer seien die unterschiedlichsten Autoren vertreten, dafür aber das Originalgedicht immer daneben gestellt. Holm weist in Verbindung mit dem zwetajewatypischen Hymnenton auf eine Eigenheit der russischen Sprache hin: im Russischen ließen sich fast verblose Sätze bauen, wovon die Dichterin ausgiebig Gebrauch machte, die Substantive seien meist einsilbig, Artikel gebe es keine, so dass jedes Wort wie ein Paukenschlag daherkomme. Die Gedichte klingen darum im Russischen noch viel härter, meint Holm, während die deutschen Übertragungen nicht so feurig, aber auch nachdenklicher wirkten. Für Holm speist sich der Furor der Zwetajewa-Gedichte aus einer orthodoxen Spiritualität, wenig Bildungsballast und einer revolutionären Epoche, in dem immer auch der Totalitarismus anklinge, der die selben Wurzeln hatte.
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