Marina Vujcic

Sicheres Haus

Cover: Sicheres Haus
Residenz Verlag, Salzburg 2026
ISBN 9783701718207
Gebunden, 280 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Kroatischen von Mascha Dabić. "Du hast deinen Ehemann getötet" - so beginnt Marina Vujčićs Roman, eine Selbstvergewisserung, ein Geständnis. Lada Lončar sitzt im Frauengefängnis und ihr wird klar: Das "sichere Haus" findet sie hier, unter Verbrecherinnen und Mörderinnen, und nicht in der bürgerlichen Ehe, die sich als Horrorkabinett entpuppt hat. Lada lässt ihr Leben Revue passieren: Als junge Frau dachte sie, in der Ehe mit einem Universitätsprofessor ihr Glück zu finden. Doch daheim verwandelte sich dieser bald schon vom brillanten Unterhalter in ein besitzergreifendes, weinerliches, zunehmend aggressives Monster. Was sich hinter der perfekten Fassade abspielt, will keiner sehen, bis ein Streit so eskaliert, dass Lada zusticht. Nun ist sie Opfer und Täterin zugleich …

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 12.03.2026

Ein "einnehmender, hervorragend recherchierter" Roman ist der kroatischen Schriftstellerin Marina Vujčić gelungen, so Rezensent Tino Schlench. Es geht um eine Frau, die ihren gewalttätigen Ehemann ermordet, der auch Vater der vierjährigen Tochter ist. Die Tat erschüttert das ganze Land, lesen wir, die öffentliche Meinung richtet sich gegen die Mörderin. Die junge Frau mit dem Namen Lada Lončar wird zu neun Jahren Haft verurteilt, lesen wir, und erzählt dann aus dem Gefängnis selbst ihre Geschichte: wie sie ihren Mann kennenlernte, wie dieser sich bald als manipulativ und brutal herausstellte, sie erpresste und kontrollierte, sodass sie immer wieder zu ihm zurückkehrte. Die Ausweglosigkeit der Situation wird für den Kritiker hier sehr deutlich, auch schafft es Vujčić, die "klaustrophobische Atmosphäre" der Situation mit sparsamen literarischen Mitteln hervorragend darzustellen. Das gesellschaftliche Anliegen steht für die Autorin im Vordergrund, was verdienstvoll ist, wie Schlench findet. Die literarische Qualität leidet bisher allerdings etwas darunter, denn die Figuren sind gar zu holzschnittartig geraten. In Kroatien löste das Buch aber zahlreiche Debatten über häusliche Gewalt aus, verrät der Kritiker, der gesellschaftliche Anspruch wurde hier also voll erfüllt. 

Beliebte Bücher

Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Bernhard Schlink. Gerechtigkeit - Ein Essay. Diogenes Verlag, Zürich, 2026.Bernhard Schlink: Gerechtigkeit
Alle wollen Gerechtigkeit - immer für sich, manchmal auch für andere, selten für alle. Aber was ist Gerechtigkeit, und wie ist sie zu haben? Bernhard Schlink bietet weder…
Max Frisch. Bitte nicht ins Buch kritzeln! - Von Lehrmitteln und Lernwegen. Lehrmittelverlag Zürich, Zürich, 2026.Max Frisch: Bitte nicht ins Buch kritzeln!
Der Fund ist eine Sensation: Fast hundert Jahre nach seiner Niederschrift ist der Maturaufsatz von Max Frisch aufgetaucht. Sein Thema: "Licht- und Schattenseiten der modernen…