Mikrotext Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783948631543 Gebunden, 272 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem Rumänischen von Manuela Klenke. Ein Mann und eine Frau begegnen sich auf einem Flughafen und entdecken zufällig, dass sie dasselbe Reiseziel haben. Nach der Reise führt die gegenseitige Anziehungskraft schnell zu einer intensiven Beziehung, doch schon bald treten Probleme auf. Ein paar Mal flieht sie, doch er kann sie jedes Mal überzeugen, zu ihm zurückzukommen, und macht sie langsam von ihm abhängig ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2026
Rezensentin Katrin Hillgruber stellt sich vor, was aus dem neuen Roman von Lavinia Braniste hätte werden können: Ein eindringliches Psychogramm einer toxischen Beziehung und der Befreiung daraus. Leider bleibt die weibliche Protagonistin im Text dazu viel zu passiv, bedauert Hillgruber. Gesellschaftskritik übt die Autorin auch nur sehr verhalten, stellt sie fest, und insgsamt wirkt die Geschichte wie in einem "luftleeren" Raum, so Hillgruber. Die Übersetzung von Manuele Klenke hält Hillgruber dagegen für rundum gelungen.
Den neuen Roman der rumänischen Autorin Lavinia Branişte schätzt der Rezensent Tino Schlench als kluge Auseinandersetzung mit Gewalt in Beziehungen. Die Ich-Erzählerin Maria begegnet am Bukarester Flughafen einem Mann namens Victor: er tauscht seinen Platz in der ersten Klasse, um neben ihr zu sitzen, lesen wir. Was wie eine romantische Begegnung beginnt, kippt in eine zweieinhalbjährige manipulative Bindung, die Maria zunehmend isoliert. Braniştes nüchterner, "von feiner Ironie durchzogener" Ton verzichte auf Klischees und einfache Antworten, findet der Kritiker. An manchen Stellen verliere sich die Autorin allerdings in Details, einige Kürzungen hätten gutgetan, moniert der Rezensent. Doch die entschleunigte Erzählweise schaffe eine "Atmosphäre der Latenz", eine gespenstische Ruhe, die dem Roman Dringlichkeit verleihe.
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