Klappentext
Die Mathematikstudentin Charlie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn. Eben hat sie noch "schlechter Mensch" gegoogelt, jetzt ist sie auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining für Frauen. Nur wenn sie daran teilnimmt, darf sie weiter bei ihrer besten Freundin Ella wohnen. In die eigene Wohnung kann sie nicht zurück. Doch mit den "Schwerverbrecherinnen", die sie in der Gruppe anzutreffen vermutet, will Charlie nichts zu tun haben. Ist es denn ihre Schuld, dass ihr Exfreund Valentin sie immer wieder zur Weißglut trieb? Dabei hatte es gut angefangen: Mit ihm an der Seite fühlte sie sich endlich schön, als besserer Mensch. Bis es eskalierte. Erst im Austausch mit den anderen Frauen beginnt Charlie, sich ihrer eigenen Verantwortung zu stellen, die Geschichte neu zu erzählen. Mit Ellas Unterstützung kämpft sie sich aus der Spirale von Wut, Schmerz und Scham heraus.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 13.03.2026
Rezensent Jan Drees lässt sich gleich zwei Mal ein auf dieses im Allgemeinen "ohnehin starke" Romandebüt mit speziellen "Stärken": Beim ersten mal rasch, mitgerissen von der leichten, temporeichen Erzählweise, der simplen Sprache, beim zweiten mal mit einem geschulten Auge für die kluge Dramaturgie dieser Erzählung, die eigensinnige und geschickte Komposition aus literarischer Charakterstudie, Dark Romance Novel, Coming-of-Age-Roman und Psychothriller, in dem der Leser oder die Leserin nicht nur Zeugin der zerstörerischen Selbst- und Weltwahrnehmung einer Narzisstin und ihrer toxischen Beziehung wird, sondern sich auch in einer unbedingt notwendigen Fähigkeit unserer Gegenwart üben kann: in der Ambiguitätstoleranz. Diese Ambiguitätstoleranz, so Drees, ist eine der vielen speziellen Stärken von "Gelbe Monster", lesen wir. Eine weitere: Wie es Clara Leinemann gelingt, die Gegenwart ihrer Protagonistin, die zahlreichen Zwänge, unter denen sie steht, die Widersprüche zwischen "Weltanschauung und Handeln" lebendig zu machen, knapp, pointiert, satirisch fast, ohne dabei jemals ihre Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben, so der beeindruckte Rezensent.
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