Anthea-Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783899984613 Gebunden, 96 Seiten, 21,00
EUR
Klappentext
Aus dem Tschechischen von Julia Miesenböck. Menschen hören überhaupt nur sehr wenig ist ein urbaner Gedichtband über das Zusammenleben von Mensch und Natur: präzise beobachtet, poetisch verdichtet - mit einer Stimme, die selbst im Lärm der Stadt hörbar bleibt. Die Stadt wird zum Resonanzraum für das Unausgesprochene; Tiere treten aus Träumen in die Wirklichkeit, Erinnerungen kreuzen die Gegenwart. Marie Iljašenko schreibt über Fremdsein, Begehren und Wahrnehmung selbst - und über urbane Biotope wie Bäche, Brachen, Straßenschluchten und grüne Korridore ebenso wie über die Fallen des Alltags: Glasflächen, Gitter, Dornen, Lichtschächte. Diese Gedichte suchen eine Sprache für Tiere und Pflanzen, ohne zu vereinfachen oder zu belehren - wach, intim und zugleich gegenwärtig.
Tiere sind ja ein beliebtes Sujet der Lyrik, weiß Rezensent Tobias Lehmkuhl, Marie Iljasenko erweitert das poetische Bestiarium um einige Großstadttiere. Der Turmfalke hat für atemberaubende Architektur wenig übrig, "er scheißt auf Barock, scheißt auf Gotik", der Mensch tut auch nichts dafür, dass es Flora und Fauna gut geht, erzieht die Nagetiere aber zu fragwürdiger Ernährung, Mäuse "aus dem Central Park können Hot Dogs viel leichter verdauen", in anderen Parks ist es Gift, liest Lehmkuhl. Die Schuld des Menschen an Katastrophen ist ihm dabei zu plakativ dargestellt, viel mehr überzeugt ihn, wie die in Tschechien lebende und auf Tschechisch schreibende Ukrainerin auch über den Krieg in ihrem Heimatland dichtet, über dem Majdan steigt die "Republik der Spatzen" auf und die Löwin Yuna muss sich in Kyiv von Bomben in Acht nehmen. Da wird ihr ganz eigener Blick deutlich, versichert er abschließend.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Dörte Hansen: Broder Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden, Nachfolger seines Vaters, der ihm den "Kuhverstand" vererbt hat, das Gespür für Tiere. Aber den Hof bekommt sein…