Lange hat draußen das Schild "Bis auf Weiteres geschlossen" gehangen, bis Elisabeth die Entscheidung trifft, die Bäckerei weiterzuführen. Sie allein. Jeden Morgen feuert sie an, rührt den Teig, schiebt die Brote in den Ofen - und überrascht das ganze Dorf und sich selbst dazu. In derselben Gegend Alois' Hof. Ein Hof, seit Generationen in Familienbesitz, Alois wurde nicht gefragt, ob er ihn übernehmen wollte. Er lebt mit dem Hund, überhört die Erwartung, eine Familie zu gründen - aber etwas schnürt sich zu. Vielleicht hat das mit Camenzind zu tun. Unterdessen kehrt eine junge Frau ins Dorf zurück; die drei Stufen zur Bäckerei laufen sich wie von selbst. Bei den Großeltern holt sie den Schlüssel zum Sommerhaus, es soll verkauft werden. Sie sieht alles wieder, den Bergkamm, das Tal, den Balkon mit der Zugbrücke. Bald, so scheint es ihr, beginnt das Haus mit ihr zu sprechen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2024
Mariann Bühler erzählt in ihrem Roman von drei Personen, die quasi in ein Leben gerutscht sind, das sie sich nicht ausgesucht haben - oder jedenfalls nicht bewusst, erzählt Rezensent Roman Bucheli: die eine durch die Ehe, der andere durch den Hof der Eltern und eine dritte Person, die in der Du-Form geschrieben ist, durch die Vergangenheit. Sie sind nicht glücklich, aber auch nicht richtig unglücklich, eher gefangen in einem Leben, von dem sie ahnen, dass es nicht ihres ist, so Bucheli, was aber ihr eigentliches wäre, wissen sie auch nicht. Bucheli hat dieser Roman gut gefallen, vor allem, weil Bühler ihm "alles Schwere" nimmt und die drei Hauptpersonen durchaus als eigene Charaktere zeichnet, die ihr Leben auch in die Hand nehmen können. Durchaus eine Leseempfehlung.
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