Die CDU, die größte Volkspartei Deutschlands, ist dabei, sich neu zu erfinden. Nach dem Untergang des Kommunismus und dem Abtritt der Achtundsechziger kam der Partei der Kitt abhanden. Angela Merkel steht vor der Aufgabe, ihre Partei im Wahlkampf in ausreichendem Abstand von der SPD zu positionieren, ohne reaktionär zu wirken. Ob ihr das gelingen kann, dem geht dieses Buch nach. Der CDU fiel von jeher die Aufgabe zu, an den großen Wegscheiden der Bundesrepublik - von der Westbindung bis zum Euro - das Neue als das immer schon Richtige zu integrieren. So ist es auch jetzt wieder: berufstätige Frauen, mobile Alte, aufstrebende Migranten und eine globalisierungsfeste Wirtschaftspolitik müssen den vielen Milieus der CDU schmackhaft gemacht werden, ohne zu befremden. All das vollzieht sich nicht einfach über einen Linksruck der CDU, wie derzeit behauptet wird. Mit dem klassischen Konservatismus geht es jedoch auch nicht weiter. Mariam Lau sieht die Partei auf einem Weg der Modernisierung hin zu einem großstädtischen Rationalismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.05.2009
So richtig erfährt man aus Thomas Kröters Besprechung nun eigentlich nicht, was er von Mariam Laus Buch über die CDU unter Angela Merkel hält. Immerhin meint er, dass sich das Buch "wohltuend" von anderer "publizistischer Prosa" unterscheidet, zur Begründung führt er allerdings nur an, dass Lau, politische Reporterin der "Welt", erst einmal hinsehe, "keineswegs teilnahmslos". Was ihre Analysen und Einschätzungen betrifft, beschränkt sich Kröter aufs Referat. Wir erfahren, dass Lau der CDU unter allen Parteien das stärkste Verantwortungsgefühl zuspricht, dass sie Merkels liberaler Modernisierung der Partei durchaus Sympathien entgegenbringe, schließlich aber für mehr Grundsatztreue plädiere.
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