Maria Dermout

Die zehntausend Dinge

Roman
Cover: Die zehntausend Dinge
dtv, München 2016
ISBN 9783423280914
Kartoniert, 264 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Bettina Bach. Eine alte Gewürzplantage auf einer indonesischen Insel, die wispernde und raschelnde tropische Pflanzenwelt, das geheimnisvolle Säuseln des Meeres - dieses paradiesische Fleckchen Erde muss Felicia als Kind verlassen. Doch niemals wird sie die Worte ihrer Großmutter, der Plantagenbesitzerin, vergessen, die ihr zum Abschied sagt: "Auf Wiedersehen, Enkeltochter, ich warte hier auf dich." - Jahre später kehrt Felicia, inzwischen Mutter eines kleinen Sohnes, in den "Kleinen Garten" zurück: Auch Himpies wächst unbeschwert heran, streift über die Plantage und lauscht den Geschichten der einheimischen Dienstboten, bis sich eines Tages eine Tragödie ereignet. In ihrem Roman beschwört Maria Dermoût eine exotische Welt, in der die zeitlichen Grenzen aufgehoben sind, die Vergangenheit so mächtig ist wie die Gegenwart, die Toten kommen und gehen und kleine Objekte große Geschichten erzählen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2017

Maria Frisé schwelgt in den Erinnerungen der Figuren in Maria Dermouts neu ins Deutsche übersetztem Roman. Zur Weltliteratur zählt das Buch für Frisé zu Recht. Die exotische Welt Javas mit ihrer alten Kultur, Totenkulten, Zuckerrohrplantagen, seltenen Pflanzen und Tieren und den fast verlorenen Kenntnissen der Menschen, aber auch unterschwelligen Feindseligkeiten kann die Autorin der Rezensentin aus eigener genauer Anschauung glaubhaft vermitteln. Kein Zweifel hat Frisé, dass Dermout nicht in die Kategorie postkolonialer Literatur fällt, sondern alle Menschen ihren Texten gleichberechtigt behandelt. Verzaubert von Dermouts poetischer Sprache nimmt die Rezensentin Anteil am Schicksal der Figuren.