Marente de Moor

Phon

Roman
Cover: Phon
Carl Hanser Verlag, München 2021
ISBN 9783446270817
Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Bettina Bach. Manchmal klingt es wie Trompetenstöße. Dann, "als würde Gott Möbel verrücken". Die seltsamen Geräusche, die seit einiger Zeit am Himmel zu hören sind, verheißen nichts Gutes. Aber wann war es das letzte Mal gut, denkt Nadja. Was ist geblieben von dem Leben, das sie und Lew, ein idealistisches Zoologenpaar, sich in der Einsamkeit der westrussischen Wälder aufbauen wollten. Denn mit den Geräuschen kommen auch die anderen, dunklen Erinnerungen. Unverhohlen erzählt Nadja ihre verhängnisvolle Geschichte. Doch kann man ihr trauen? Ein flirrendes psychologisches Verwirrspiel über die dunklen Seiten der Natur und des Menschen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2022

Rezensent Thomas Combrink kann kaum glauben, das mit Marente de Moor eine Niederländerin diesen Text verfasst hat. Die Beschreibungen der russischen Provinz nahe Lettland könnten von einer Russin stammen, findet er. Die retrospektiv erzählte Geschichte eines Zoologen-Pärchens, das vor dem Hintergrund der zerfallenden Sowjetunion ab 1984 ein wissenschaftliches Sommercamp betreibt, bis es zu einem tödlichen Unfall mit einem Bären kommt, vermittelt eindringlich die Alltags- und Lebensgewohnheiten der Menschen dort, erklärt Combrink. Daneben wirkt eine den Rezensenten an Tarkowski erinnernde bedrückende Atmosphäre im Text, die de Moor mit einem unerklärlichen Himmelsgeräusch, dem "Phon", verbildlicht, wie Combrink erläutert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2021

Rezensentin Meike Fessmann liest Marente de Moors Roman über die von der Amnesie des Mannes geprägte Paarbeziehung zweier Wissenschaftler auf einer abgeschiedenen russischen Forschungsstation, über das Ende der Sowjetunion, Glasnost, Tschernobyl und Putin nicht als Dystopie. Konkret genug scheint ihr der Text in der Gegenwart verankert. Düster findet sie ihn gleichwohl mit seinen Motiven wie Einsamkeit, Angst und Isolation. Die Fantasie der Autorin schafft allerdings auch immer wieder utopische Momente und Bilder, stellt Fessmann erleichtert fest.
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