Ist die Wirklichkeit unabhängig davon, was wir über sie sagen, denken und wissen können? Oder gibt es eine "Wirklichkeit" nur relativ zu unseren Begriffen und den Bedeutungen unserer sprachlichen Ausdrücke? Um diese Frage geht es in der gegenwärtigen Realismus-Debatte in der analytischen Philosophie, die vor allem im angelsächsischen Sprachraum geführt wird. Der vorliegende Sammelband macht eine Auswahl der wichtigsten Aufsätze bequem zugänglich, wobei naturgemäß dem diskussionsbestimmenden Beitrag der US-amerikanischen Philosophie breiter Raum gegeben wird. Eine ausführliche Einleitung und ein weiterführendes Literaturverzeichnis erleichtern den Einstieg in das Thema. Der Band ist damit auch als Textgrundlage für Lehrveranstaltungen gut geeignet.
Martin Seel ist sehr angetan von dem Buch, da es den Zusammenbruch der anscheinend so klaren Differenz zwischen Realismus und Antirealismus vor Augen führe. Der Herausgeber habe die "zentralen Texte", die sich mit diesem Problem beschäftigen, versammelt und zeichne damit die angelsächsische Diskussion aus den letzten dreißig Jahren nach, lobt der Rezensent. Von den vielen Beiträgen hebt er besonders zwei Aufsätze von Hilary Putnam hervor, der die "Bandbreite realistischer Positionen sein Leben lang ausgelotet" habe und dessen Positionswandel in den Texten deutlich werde. Außerdem greift der Rezensent den Aufsatz Thomas Nagels heraus, der versuche, die Alternative zwischen Realismus und Antirealismus wiederherzustellen.
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