Aus dem Italienischen von Myriam Alfano. Die "große Invasion" kam vom Meer und bewegte sich entlang der Küste nach Norden. Viele sind geflohen, einige haben auf einer Inselstadt Zuflucht gesucht, die vor über tausend Jahren auf dem Wasser erbaut wurde. Sie heißt Celestia. Vom Festland abgeschnitten, ist sie zu einem seltsamen Ghetto geworden, einer Heimat für Kriminelle und Außenseiter, aber auch der Zufluchtsort für eine Gruppe junger Telepathen.Zwei von ihnen, Dora und Pierrot, fliehen von der Insel und entdecken auf dem Festland eine Welt, in der Erwachsene sich als Hüter der "alten Welt" verstehen und eine neue Generation von Kindern die Gesellschaft zu einer neuen Menschlichkeit führen soll."Celestia" ist eine SF-Geschichte, eine Reflexion über die Zukunft der Menschheit, über ihre mögliche Entwicklung als Spezies und über die kommenden Herausforderungen, denen sie sich stellen muss in mehr oder weniger naher Zukunft.
Nicht die Reise des Helden ist es, die Rezensent Ralph Trommer in Manuele Fiors neuer Graphic Novel vorrangig interessiert, sondern die Reise, auf die der Autor seine Leserinnen und Leser führt. Denn der studierte Architekt, lesen wir, hat in seinem Zukunftsentwurf von Venedig als postapokalyptische Zufluchtsstätte so einige kulturelle, vor allem architektonische Anspielungen und Zitate versteckt, die zu entdecken eine besondere Freude bereitet und einen großen Anteil des Reizes von "Celestia" ausmacht. Diese "motivische Vielschichtigkeit" kombiniert Fior in seinen strahlenden Aquarellen mit einer visuellen, farblichen Vielfalt, findet Trommer. Sie bilden einen angenehmen Kontrast zur düster drohenden Stimmung im Venedig nach der Katastrophen. Mit einem solchen Reichtum auf der Bild-Ebene kann die teils episodenhafte Handlung leider nicht ganz mithalten, stellt der Rezensent allerdings fest. Bewegt scheint er trotzdem von der Geschichte zweier junger Menschen, denen die annähernd heile neue Welt von Celestia nicht genügt, die mehr wissen, mehr sehen wollen. Grund dafür mag auch Fiors feinfühliger, pointierter Erzählstil sein, und so tut die eher zurückhaltende Erzählung dem Lektürevergnügen im wesentlichen keinen Abbruch, so der überzeugte Rezensent.
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