Während der Begriff der Seele den einen unspektakulär scheint, verweist er für andere auf das Göttliche. Für wieder andere ist er Quelle der Verführung zu unsinniger Spekulation. Im Alltag ist der Begriff der Seele in seiner Verwendung weder kompliziert noch zweifelhaft. Ob "Seele" aber etwas tatsächlich Existierendes bezeichnet und von welcher Beschaffenheit sie sein könnte, bleibt unklar. Auch dieser Band löst das Mysterium der "Seele" nicht auf, doch er untersucht, auf welche Weise wir über das Seelische reden, weshalb wir so reden, und was dies hinsichtlich unserer Wirklichkeit bedeutet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2010
Nicht in die Tiefe kann der Weg gehen, will man wissen, wie sich des Menschen Seele und Körper zueinander verhalten. Dies, so Helmut Mayer, war die Lektion des analytischen Philosophen Gilbert Ryle - und auf ihr beharre auch Manuela Di Franco in diesem schmallen Band. Worauf man vielmehr zu achten habe, so Ryle, und so, anders, auch Di Franco, sei die Sprache und wie sie uns über unser Inneres zu sprechen lehrt, anleitet, verführt. Metaphern und Bilder sind nichts, das sich, resümiert Mayer, auf eigentlichere Beobachtungen hin transzendieren ließe - den Metapher und Bildern selbst sei schon ablesbar, was man übers Leben der Seele erfahren könne. Einen inhaltlichen Einwand hat der Rezensent gegen diesen Band nicht, merkt allerdings kritisch an, dass es der Autorin insgesamt etwas am "Sinn für Inszenierung" gebricht.
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