Über die Frau, die Frankenstein und sein Monster erschufHeutzutage ist Frankensteins Monster weltberühmt. Doch es war genaugenommen nicht Viktor Frankenstein, der das Monster erschaffen hat, sondern die damals erst 19-jährige Autorin Mary Shelley. Mit düster-atmosphärischen Bildern erzählt 'Sie erschuf ein Monster' die Geschichte, wie 'Frankenstein' als einfache Gruselgeschichte auf einem Ausflug am Genfer See begann, und nimmt den Leser mit in die Gedankenwelt seiner berühmten Schöpferin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.01.2023
Vielleicht nicht unbedingt Sechsjährigen, aber doch allen anderen kann Rezensentin Sylvia Schwab dieses Bilderbuch von Lynn Fulton und Felicita Sala über Frankenstein-Erfinderin Mary Shelley empfehlen. Denn zum Fürchten ist so manche Illustration von Sala schon, warnt die Kritikerin. Im besten Sinne natürlich: Sala gestaltet die aus den vier Perspektiven von Mary Godwin und Percy Bysshe Shelley, Lord Byron und Frankenstein erzählte Geschichte mit "schwarzem Humor", Drama und Poesie, aber ohne Kitsch und Pathos, versichert Schwab. Gelegentlich erinnert sie dieses "Kammerspiel" gar an Hitchcocks "Psycho".
Obwohl Mary Shelleys "Frankenstein" schon zweihundert Jahre alt ist, hätte dieses Bilderbuch für Anne-Kathrin Weber kaum zu einem passenderen Zeitpunkt kommen können, so aktuell findet sie es. Nicht nur der anekdotenreiche Entstehungsprozess ihres berühmten Romans werde thematisiert, auch das weibliche Schreiben an sich stehe im Vordergrund, das Bedürfnis, sich schriftlich eine Stimme zu verschaffen, und die Frage, wie mit halbmenschlichen Monstern umzugehen sei. Auch die Illustrationen findet die Rezensentin lebendig und passend, sodass "Sie schuf ein Monster" für sie "eine rundum empfehlenswerte Lektüre" ist.
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