Aus dem Englischen von Ute Leibmann. Hundreds Hall, ein majestätisches Anwesen im ländlichen England. Hier wohnt die verwitwete Mrs. Ayres mit ihren erwachsenen Kindern Caroline und Roderick. Als der Landarzt Dr. Faraday wegen eines Notfalls herbeigerufen wird, ist er wie gebannt von der geheimnisvollen Atmosphäre des Hauses. Schon bald erfährt er, dass in Hundreds Hall merkwürdige Dinge geschehen: Möbelstücke, die ein Eigenleben führen, kryptische Zeichen, die plötzlich an den Wänden auftauchen, bedrohliche Geräusche, die unerklärbar scheinen. Dr. Faraday begegnet der wachsenden Panik der Familie zunächst mit Ruhe und Beschwichtigung. Doch das Schicksal der Ayres nimmt unaufhaltsam seinen Lauf und ist enger mit seinem eigenen verwoben, als er ahnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2011
Einen "schaurig-schönen Schmöker für lange, verregnete Abende" hat Rezensent Martin Halter hier gelesen. Dabei handelt es sich nur äußerlich um einen Gruselroman viktorianischen Anstrichs, wie Halter konstatiert. Strahlkraft erlange die kurz nach dem zweiten Weltkrieg in einem mittelenglischen Spukschloss angesiedelte Geschichte vor allem aufgrund ihres psychologischen und sozio-historischen Tiefgangs. Es geht letztlich um einen gesellschaftlichen Epochenwandel, schreibt der Rezensent - den Niedergang des britischen Landadels und den Aufstieg des geschäftstüchtigen Bürgertums. Das alteingesessene Geschlecht der Ayres, schwer geschlagen von Krieg, schwindendem Vermögen und Depressionen, werde zum Opfer seines eigenen Stammsitzes. Dabei geht in Hundreds Hall nicht wirklich ein Gespenst um, wie Halter verrät. Vielmehr identifiziert er "das verdrängte Heimliche" als eigentliche Bedrohung. Intelligenter Grusel also statt trivialer Schockeffekte, befindet der begeisterte Kritiker und nennt die Autorin in einem Atemzug mit E.A. Poe, Henry James sowie Daphne du Maurier.
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