Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler. Das Buch bildet den Auftakt des Romanzyklus "Vorläufige Hölle", mit dem Ruffato den Armen, den einfachen Leuten, den Migranten eine Stimme verleiht. Er hebt sie aus ihrer literarischen Vergessenheit und lässt so die Geschichte des brasilianischen Proletariats wiederauferstehen. Innere Monologe wechseln mit poetischen Passagen, mit Szenen von dramatischer Intensität. Unprätentiös, frei von Sozialromantik und auf höchstem literarischen Niveau. Ruffatos Saga des proletarischen Brasilien ist nüchtern, schmerzhaft und kompromisslos.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2013
Michaela Metz liest diesen Roman von Luiz Ruffato mit Rührung. Das liegt an den Figuren, die der Autor auf Augenhöhe des Lesers anlegt, wie Metz erklärt, und daran, dass das Buch, das erste eines zwischen 2005 und 2011 entstandenen fünfbändigen Zyklus, ganz ohne Sozialromantik auskommt. Wie der Autor aus eigener Erfahrung das Leben von in den 1950er Jahren nach Brasilien emigrierten Italienern beschreibt, wie er einzelne Schicksale verfolgt und miteinander verwebt und sie mit naturalistischer Intensität darstellt, hat Metz gefallen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2013
Karl-Markus Gauss ist schwer beeindruckt von der Kunst des Luiz Ruffato, Sozialkritik mit Avantgardeliteratur zu verbinden. Im vorliegenden Roman gelingt dem Autor das laut Gauss im Hinblick auf das ländliche Brasilien, nachdem er zuvor den Stadtmoloch Sao Paulo auf diese Art verhandelt hat. Die Mittel der Darstellung, Gauss benennt sie anerkennend: dauernde Perspektivwechsel, innere Monologe, Jargon, Pathos und Kälte der Darstellung im fliegenden Wechsel, dazu ein ständig sich veränderndes Satzbild, mal kursiv, mal fett, mal groß, mal klein. Die Wirkung dieser Erzählweise hält der Rezesent für heilsam, da sie mit Klischees aufzuräumen imstande ist, etwa mit dem, das Landleben wäre beschaulich und übersichtlich. Im Gegenteil, Ruffato präsentiert es laut Gauss als Reigen aus Gewalt und Unterdrückung, und kein Gottesbeweis weit und breit.
Siri Hustvedt: Ghost Stories Aus dem Amerikanischen von Uli Aumüller und Grete Osterwald. Als er im Sterben lag, sagte Paul Auster seiner Frau, er wolle ein Geist werden. Und das ist er für Siri Hustvedt… Kev Lambert: Möge uns die Freude bleiben Aus dem Französischen (Quebec) von Frank Weigand. In seinem neuen Roman beschreibt Kev Lambert den kometenhaften Aufstieg und Fall der Quebecer Stararchitektin Céline Wachowski:… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…