"Brasilien über alles, Gott über allen", lautete die Wahlkampfparole von Jair Bolsonaro. Sein fulminanter Aufstieg hat Brasilien verändert. Immer mehr Bagger rollen durch den Amazonas-Regenwald, in den Armenvierteln stirbt eine ganze Generation im Kugelhagel, Oppositionelle setzen sich aus Angst ins Ausland ab. Eine unheilige Allianz aus christlichen Fundamentalist*innen, Neoliberalen und Militärs versucht, Brasilien nach ganz rechts zu drehen. Eine "konservative Revolution" hat das Land erfasst. Der ultrarechte Präsident inszeniert sich als Anti-Politiker, der mit den überkommenen Regeln des etablierten Systems bricht. Bolsonaro versteht es, die Klaviatur der sozialen Medien perfekt zu bedienen, und wird von seinen Anhängern wie ein Gott verehrt. Er verkörpert eine neue Art des Rechtsautoritarismus, die keine Panzer auf den Straßen braucht. Sie erkennt die demokratischen Spielregeln formell an, um die Demokratie von innen auszuhöhlen.
Rezensent Paul Welch Guerra bekommt in Niklas Franzens "Brasilien über Alles" einen Ein- und Ausblick auf den Machtaufstieg des brasilianischen Präsidenten. Der deutsche Journalist zieht vier Jahre nach der Wahl des rechtsradikalen Politikers Bilanz und sammelt seine Ergebnisse in acht kenntnisreichen, kritischen und übersichtlichen Kapiteln, erklärt Welch Guerra. Franzen erzählt multi-lokal, kommt mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch, zum Beispiel mit einem evangelikaler Pastor, mit Oppositionellen, PolitikerInnen der brasilianischen Rechten und sogar Bolsonaro selbst. Der Rezensent kann dem Journalisten dadurch auch verzeihen, dass er auf Quellenangaben verzichtet und kontextuell stellenweise unvermittelt springt, denn alles Besprochene werde historisch eingeordnet und kontextualisiert.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…