Herausgegeben von Michael Nedo. Der gelegentlich als "mittlere Periode" klassifizierte Teil des Wittgenstein'schen Werkes, aus welchem die "Philosophischen Bemerkungen" und die "Philosophische Grammatik" veröffentlicht wurden, bietet keinen selbständigen und in sich abgeschlossenen Teil des Gesamtwerkes. Durch ein sorgfältiges Studium der Manuskripte lässt sich zeigen, dass derartige Klassifizierungen irreführend sind und den Zugang zum Werk verstellen. Der Komplex des sog. "Big Typescript" markiert den Anfang von Wittgensteins erneuter Beschäftigung mit der Philosophie im Jahre 1927 in Wien nach einer neunjährigen Pause. Die Querverbindungen zu den späteren Manuskripten und die Verbindungen auch innerhalb der späteren Manuskripte sind jedoch überaus komplex.
Bis heute sind auf der Grundlage des nachgelassenen Manuskriptkorpus des "Big Typescript" aus den Jahren 1929-1938 fünfzehn Bände der Wiener Ausgabe erschienen. Karl Popper nannte sie "die wesentlichste Buchedition des Jahrhunderts". Um die Edition des Wittgenstein-MSS-Korpus "Big Typescript" von 1929-1934 zum Abschluss zu bringen, sollen bis 2021 siebzehn weitere Bände veröffentlicht werden, nunmehr im Verlag Vittorio Klostermann. Achtzehn Jahre nach dem Erscheinen von Band 8,1 der Wiener Ausgabe der Schriften Wittgensteins erscheint nun der zweite Teil des Bandes (WA8,2): Die Synopse der Manuskriptbände V bis X, die zusammen mit der Synopse der Bände I bis IV (WA7) Wittgensteins erste Revision seiner Manuskriptbände hin zu dem geplanten zweiten Buch darstellt - dem sogenannten "Big Typescript". Wittgensteins zweite Revision, die Zettelsammlung aus diesen Synopsen, Teil 1, 2 und 3 von Band WA10 sowie der Band WA7 werden noch gegen Ende des Jahres 2019 erscheinen, womit dann das Korpus des "Big Typescript" in der Wiener Ausgabe vollständig vorliegen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2019
Helmut Meyer ist angenehm überrascht. Die Fortführung der Wiener Ausgabe der Werke Ludwig Wittgensteins in Buchform hätte er gar nicht für möglich gehalten. Der mit enormer Verspätung erscheinende, von Michael Nedo herausgegebene Band liefert laut Meyer ein Typoskript, die Synopse von Wittgensteins Manuskriptbänden V-X. Die Papierausgabe versetzt Meyer in helle Begeisterung, fühlt er sich, anders als beim forschenden Lesen am Schirm, als echter Leser. Exzellent erscheint ihm die Ausgabe schon wegen des sorgfältigen Abdrucks von Wittgensteins Diagrammen und Zeichnungen.
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