Ludwig Wittgenstein

Vorlesungen und Gespräche über Ästhetik, Psychoanalyse und religiösen Glauben

Cover: Vorlesungen und Gespräche über Ästhetik, Psychoanalyse und religiösen Glauben
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783596146536
Taschenbuch, 100 Seiten, 9,66 EUR

Klappentext

Der Band enthält Mitschriften von zwei Vorlesungen, die Wittgenstein 1938 in Cambridge gehalten hat sowie die von Rush Rees aufgezeichneten Gespräche über Freud zwischen 1942 und 1946. Sie führen eine wichtige Facette von Wittgensteins Denken vor Augen, wie sie sich mit vergleichbarer Deutlichkeit in den nachgelassenen Schriften nicht findet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.04.2000

In einer Doppelrezension bespricht Wolfgang Müller zwei Bücher zu Ludwig Wittgenstein.
1) Ludwig Wittgenstein: "Vorlesungen und Gespräche über Ästhetik, Psychoanalyse und religiösen Glauben". (Fischer Taschenbuch Verlag)
Zu diesem Buch gibt der Rezensent vor allem eine kurze Inhaltsangabe und umreißt mit wenigen Zeilen, wie Wittgenstein in seinen Vorlesungen versucht hat, sich dem Begriff "schön" zu nähern. So habe Wittgenstein verschiedene Beispiele aufgeführt, bei denen unsere Kriterien der Beschreibung an ihre Grenzen stoßen: Was wäre, wenn man es mit Leuten zu tun hat, deren Sprache man nicht spricht? Was wäre, wenn die Kommunikationspartner "aus Kugeln mit herausragenden Antennen bestünden?". Oder was wäre, wenn man es mit Stämmen zu tun hätte, die nicht sprechen, sondern sich beispielsweise durch "Ohrenwackeln" verständigen? Wie läßt sich da ein Begriff von Schönheit definieren? Wittgenstein rät, so Müller, sich nicht auf Wörter zu beschränken, "sondern mit bestimmten Gelegenheiten und Handlungen" zu beginnen. Angenehm findet es der Rezensent, dass der Text durch kritische Einwürfe der Studenten aufgelockert werde.
2) David Hume Pinsent: "Reise mit Wittgenstein in den Norden" (Folio Verlag)
Auch hier beschränkt sich der Rezensent in erster Linie auf eine Inhaltsangabe. Zunächst weist er darauf hin, dass Wittgenstein David Hume Pinsent bereits während seiner Studienzeit kennengelernt hat und mit ihm 1912 eine Reise nach Island unternommen hat. Pinsent hat während dieser Reise ein Tagebuch geführt, und enthülle - so Müller - dem Leser hier "viel Belangloses und mäßig Interessantes". So erfahre man einiges über gemeinsame Ausflüge, über Wittgensteins pädagogisches Talent, als er Pinsent über den "Gebrauch seiner symbolischen Logik" aufklärt, aber auch über das bisweilen recht angegriffene Nervenkostüm des Philosophen. Bedauerlich findet Müller, dass die Fotos, die Pinsent während dieser Reise aufgenommen hat, heute nicht mehr erhalten sind.