Aus dem Niederländischen von Janneke Panders. In einer Mischung aus Tagebuch und Erzählung berichtet der Biologe und Arktisforscher Louis Beyens von eigenen und fremden Abenteuern in der Arktis, vom Leben zwischen Gletscherspalten und neugierigen Eisbären und von den erstaunlichen Überlebensstrategien der Tiere und Pflanzen in einer lebensfeindlichen Umgebung. Vor allem aber ist dies der Bericht über eine große Leidenschaft für eine grandiose Landschaft. Beyens erzählt aber nicht nur von den eigenen Forschungsreisen. In historischen Rückblicken auf andere Expeditionen zeichnet er das oftmals dramatisch endende Geschehen der unterschiedlich motivierten Unternehmungen von Regierungen, Wissenschaftlern und Einzelgängern in der Arktis nach. Er berichtet ebenso von den einmaligen Überlebenstechniken der Pflanzen und Tiere im Eis.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2000
Unter einer Vielzahl von Neuerscheinungen über Reiseabenteuer in der Arktis gefällt Rolf-Bernhard Essig dieses Buch besonders gut - weil es die seltene Kombination von wissenschaftlicher Neugierde und Leidenschaft beinhalte. Der Autor ist ein belgischer Biologe, erfährt man, der einen lakonischen und selbstkritischen Stil pflegt, dabei sehr eindrücklich von Flora und Fauna der weißen Wildnis zu berichten weiß und sogar historische Exkurse oder weniger bekannte Geschichten über arktische Unternehmungen in seinen Bericht einflicht. Essig berichtet erstaunt, dass während des zweiten Weltkriegs dänische und deutsche Meteorologen sich einen Kampf auf Grönland geliefert hätten. Beyens Interesse gelte nicht nur der Natur, sondern auch den Menschen dort und ihrem Überlebenskampf; die Wikinger seien zu stolz gewesen, um von den Eskimos zu lernen - einer der seltenen Fälle fehlgeschlagener Kolonisation. Wie die Forscher ihren täglichen Überlebenskampf gestalten, davon weiß Beyens nach Essig ebenso nüchtern wie aufmerksam und durchaus mit einem Sinn für Komik zu berichten.
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