Katalog zur Ausstellung in der Albertina Wien, 2008. Mit einem Vorwort von Klaus A. Schröder, einer Einleitung von Monika Faber, Texten von Maren Gröning, Herbert Justnik, Astrid Mahler, Michael Ponstingl und 139 Farbabbildungen. Mit rund 100 herausragenden Werken zeigt die Publikation der Albertina ein beeindruckend breites Spektrum unterschiedlicher Positionen der Gletscherfotografie von 1860 bis heute.: Das immense Entwicklungspotenzial der Fotografie, das sich bereits kurz nach ihrer Erfindung erahnen ließ, zeigte sich ganz besonders in Serien über Gletscher und arktische Landschaften. Schon seit den 1860er-Jahren verband sich hier der Aspekt der (räumlichen) Ausdehnung mit jenem der (zeitlichen) Veränderung: Bei Arktisexpeditionen etwa konnten durch komplementäre Nah- und Fernsichten Eindrücke von der Tiefe und Weite der polaren Landschaft gewonnen werden. Die Gletscherkunde wiederum benötigte Jahr um Jahr Aufnahmen, die über Wachstum oder Schrumpfen des Eises objektiv Auskunft gaben. Faszinierend waren auch Stereobilder mit ihren durch zwei gleichzeitige, leicht verschobene Aufnahmen hergestellten 3-D-Effekten: Durch sie ließen sich die unüberblickbaren Ausdehnungen des Eises wie direkt körperlich erfahren. Nicht zuletzt darauf antworten zeitgenössische künstlerische Positionen: Langzeitbelichtungen bei Nacht von Darren Almond, Luftaufnahmen von Olafur Eliasson oder die Panoramen Walter Niedermayrs.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2009
Aufschlussreich findet der Rezensent Fritz Göttler in seiner kurzen Notiz diesen Band vor allem für die Geschichte der Fotografie. Dass sie in ihren Anfängen - und der Band setzt im Jahr 1860 ein - die Malerei als Vorbild vor Augen hatte, erkenne man auch hier. Ansonsten aber gibt es auch Ungewöhnliches: die große Nähe der Fotografen zu ihrem Objekt zum Beispiel, was zu "bedrohlicher Dominanz" der Alpengipfel und zur Auflösung hergebrachter Perspektivvorschriften führt. In welchem Verhältnis genau der Glaziologe Friedrich Simony, ein Freund Adalbert Stifters, zum besprochenen Band steht, wird nicht ganz klar. Diese und weitere Abschweifungen haben aber mehr mit Abschweifungslust des Rezensenten zu tun und nichts damit, dass Göttler das Buch gelangweilt hätte. Ganz im Gegenteil.
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