Tina Uebel

Nordwestpassage für dreizehn Arglose und einen Joghurt

Cover: Nordwestpassage für dreizehn Arglose und einen Joghurt
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406647017
Gebunden, 400 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Die Nordwestpassage, ein quasimythischer Seeweg vom Atlantik zum Pazifik entlang der arktischen Küsten Amerikas, bewohnt von verschwindenden Inuit-Kulturen und den Gespenstern bärtiger, besessener Männer, die einst auf der Suche nach diesem geografischen Gral an Hunger, Hybris und Skorbut zugrunde gingen. Landschaften von grandioser Leere, sturmgefegte See, brachiales Eis - noch ist die Nordwestpassage ein Abenteuer, strapaziös und wundersam.
Zumindest auf einem Segelboot. Im Sommer 2011 hat sich Kapitän Wolf Kloss mit seiner Santa Maria Australis dieser Herausforderung gestellt, und die Schriftstellerin Tina Uebel ist für drei Monate mitgesegelt. Wo endet die Welt, und wie weit kann man gehen, um an ihren Rändern zu kratzen, hat sie noch Ränder? Und was ist es, das einen dorthin treibt? Tina Uebel war strapaziert und verwundert, bewegt und belustigt. Und weiß davon zu erzählen, von den Stürmen, vom Eis, von der greifbar nahen heroischen Historie, von Amundsen, Franklin, Peary, Cook und den anderen, davon, wie es ist, bei Minus 30 Grad einen Schlitten zu ziehen oder 11 Beaufort zu segeln. Und letztendlich ist die zu erzählende Geschichte eine Geschichte von Liebe und Verlust, Tod und Hingabe, Sehnsucht und Freiheit - und der all dem inhärenten Komik.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.04.2013

Gespannt ist Carla Baum Tina Uebel auf ihrer Durchsegelung der Nordwestpassage gefolgt. Sie liest Uebels Aufzeichnungen als ein Buch über das Reisen selbst, über Reisefreundschaften, Reisezeit, Reiseerleben, über die Veränderungen der Reiseziele und die damit verbundene Melancholie. Denn bei der Lektüre des Buchs wird für Baum einmal mehr schmerzlich klar, dass es in der heutigen Zeit so gut wie keinen Ort gibt, der noch nicht von irgendwem betreten und erkundet wurde. Sie attestiert der Autorin, ihre Reiseerfahrung in einfühlsamen und tiefgehenden Episoden zu schildern. Nur manchmal fehlt es den tagebuchartigen Beschreibungen der Crew, der Reiseetappen und Landgänge fehlt es in ihren Augen an dramaturgischer Gestaltung, so dass sich Wiederholungen einstellen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.03.2013

Angetan zeigt sich Stefan Fischer von Tina Uebels Reisebericht über ihre Durchsegelung der Nordwestpassage. Die Schilderung ihrer drei Monate an Bord der Santa Maria Australis schätzt er als überaus reflektiert. Sympathisch findet er den Verzicht auf (Helden-)Posen sowie die Charakterisierung von realen und imaginären Mitreisenden wie dem Polarforscher Roald Amundsen. Auch die Auseinandersetzung mit der arktischen Landschaft, den Lebensbedingungen darin, der Leere und Kargheit scheint ihm sehr plastisch - und sehr lesenswert.
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