In "I'm every woman" setzt sich Liv Strömquist mit dem Mythos vom männlichen Genie auseinander, indem sie die Geschichte aus weiblicher Perspektive umschreibt.
Die Leser*innen begegnen darin diversen Frauen, die sich im Schatten ihrer allseits gelobten und bewunderten Männer bewegen mussten. Strömquist nimmt die Figuren von Jenny Marx, Priscilla Presley und Yoko Ono, die trotz ihrer Beiträge zu den Erfolgen ihrer Ehemänner zu Fußnoten in den Geschichtsbüchern reduziert wurden, und unterzieht sie einer wohlverdienten Rehabilitation.
Rezensentin Marlen Hobrack empfiehlt Liv Strömquists Comic als heiter, wundervolle Lektüre, die gleich mal die Weltgeschichte auf den Kopf stellt bzw. aus Sicht der helfenden Frau erzählt. Was Einstein ohne Mileva gewesen wäre und Mileva ohne Einstein, Priscilla ohne Elvis, erfährt Hobrack bei Strömquist anhand einer Bildsprache mit feinem Wortwitz und Einfallsreichtum. So unterhaltsam wie traurig sind die Geschichten im Band für Hobrack, auch wenn der männliche Geniemythos dran glauben muss und sogar der schweinchenrosa Barbapapa sein Fett wegkriegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2019
Rezensentin Catrin Lorch scheint nicht rundum glücklich zu sein mit diesem Band der Comic-Künstlerin Liv Strömquist. An ihren Erfolg "Der Ursprung der Welt" von 2017 kann die Autorin damit nicht anknüpfen, gibt Lorch zu verstehen. Dass der Band ältere Arbeiten kompiliert, um Mediengeschichte unter feministischen Vorzeichen zu betrachten, scheint Lorch durchaus Sinn zu machen. Die Lektüre wird so zu einer Art Fernsehabend mit Quiz, Doku und News, meint sie. Wenn die Autorin Geschlechterstereotypen bei den Simpsons oder Barbapapa erkundet, findet Lorch das anregend. Am besten gefällt ihr der Band jedoch in seinen assoziativen Momenten, wenn Bilderfolgen und an frühe feministische Kunst erinnernde Einzelmotive sich abwechseln, die Autorin ihren Einfällen freien Lauf lässt und das Buch zur "Fibel des Feminismus" wird.
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