Riley Keough, Lisa Marie Presley

From Here to the Great Unknown - Von hier ins Ungewisse

Erinnerungen
Cover: From Here to the Great Unknown - Von hier ins Ungewisse
Penguin Verlag, München 2024
ISBN 9783328603788
Gebunden, 240 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sylvia Bieker und Henriette Zeltner-Shane. Lisa Marie Presley, Tochter der amerikanischen Musiklegende Elvis und aufgewachsen in Graceland, erzählt erstmals ihre ganze Lebensgeschichte. Eine ungeschönte Autobiografie, die von ihrer Tochter Riley Keough aufgeschrieben wurde. Ende 2022 bat Lisa Marie Presley ihre Tochter Riley Keough, ihr bei der Fertigstellung ihre lang erwarteten Memoiren zu helfen. Nur einen Monat später verstarb Lisa Marie überraschend - und konnte ihre Geschichte, die sie in ihren eigenen Worten erzählen wollte, nicht mehr vollenden. Ihre Tochter Riley fürchtete, dass nun niemand die vielen Seiten dieser liebevollen, lebensfrohen und fürsorglichen Frau kennenlernen würde, um deren Tod sie nun trauerte. Doch Riley erhielt die Tonbandaufnahmen, die ihre Mutter während der Arbeit an ihrem Buch aufgenommen hatte. Sie legte sich in ihr Bett und lauschte Lisa Maries Stimme, die eine Geschichte nach der anderen erzählte: wie sie als Kind in Graceland mit Golfwagen Unfälle baute, wie sie die grenzenlose Liebe ihres Vaters spürte und wie die beiden sich im ersten Stock des Anwesens vor der Welt zurückzogen. Darüber, wie sie schreiend aus dem Badezimmer gezerrt werden musste, in dem sie den leblosen Körper ihres Vaters gefunden hatte. Über ihr Leben in Los Angeles mit ihrer Mutter, die Reihe an Schulen, von denen sie wieder und wieder flog, wenn es Ärger gab. Über die einzigartige, lebenslange Bande zu Rileys Vater Danny Keough und über die Ehe mit Michael Jackson. Darüber, was es heißt, Mutter zu sein. Über den Schmerz, der sie nie verließ.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 16.10.2024

Jemand wie Lisa Marie Presley, die ihren berühmten Vater schon als Kind verlor, hatte es im Leben sicher nicht leicht, ihre Privatsphäre zu schützen - doch mit ihren Memoiren hat sie nun "die Tür geöffnet" und Rezensentin Lena Karger schaut gespannt hinein. Das Buch wurde zusammen mit ihrer Tochter Riley Keough verfasst, denn die Mutter war schon zu krank, um ihre Erinnerungen selbst niederzuschreiben, erklärt Karger, stattdessen hörte sich Keough Tonbandaufnahmen ihrer Mutter an und ergänzte sie durch eigene Erinnerungen. Die Doppelperspektive macht das Erzählte "auf spezielle Weise wahr", findet Karger, die "bizarre, traurige, aber auch bunte" Episoden vorfindet: Zum Beispiel den tragischsten Moment im Leben von Lisa Marie, deren Sohn Ben sich erschoss und dessen Leichnam die Mutter zwei Monate lang in der Tiefkühltruhe aufbewahrte, um langsam Abschied nehmen zu können. "Jugendlich"lesen sich die Passagen, in denen die Mutter erzählt, manchmal flucht, so Karger, und zwar von ihrer Kindheit, ihrer kurzen Ehe mit Michael Jackson, Sucht und dem traumatischen Effekt, den Elvis-Imitatoren Zeit ihres Lebens auf sie hatten. "Schillernd" und bewegend zugleich, findet die Rezensentin, die gerne in diese Erinnerungen eingetaucht zu sein scheint.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2024

Rezensentin Marion Löhndorf kennt solche Geschichten - Geschichten wie etwa ein Bert Easton Ellis sie hätte erdenken können, über "poor little rich kids", und zwar absurd "rich", die in goldenen Käfigen aufwachsen und so nie lernen zu fliegen - ja, was hier erzählt wird, hat man ähnlich schon gelesen, aber nicht "in diesen Dimensionen", schreibt Löhndorf, und selten so anschaulich, so persönlich und auch so liebevoll wie in Lisa Marie Presleys Memoiren, die von ihrer Tochter nach dem Tod der Mutter vollendet und veröffentlicht wurden. Besonders eindrucksvoll, mit einer "surrealistischen" Selbstverständlichkeit, so Löhndorf, schildert Elvis' und Priscillas Tochter das Leben im Haus ihrer Familie in Memphis - ein kleines Königreich, in dem eigene Gesetze herrschten, und das ständig umlagert war von Fans und Paparazzi. Was diese Art von Ruhm mit einem Menschen macht, davon erzählt "From Here to the Great Unknown". Es ist ein Zeugnis transgenerationaler Traumata und eine Liebeserklärung der Tochter an die Mutter, so die berührte Rezensentin.