Herausgegeben und mit Beiträgen von Marcel Lepper, Patrick Durdel, Florian Gödel, Christian Lamp, Lena Pfeifer, Annika M. Schadewaldt, Julius Thelen, Zoe Zobrist. Wie geht es weiter in der Literaturtheorie - nach Barthes und Derrida, Bourdieu und Luhmann, Szondi und Kittler? Literaturwissenschaftliche Handapparate und Einführungen vermitteln zuweilen den Eindruck, als sei der Theoriekanon seit dreißig Jahren stabil geblieben. Dabei haben sich die Koordinaten der internationalen Debatten in den lesenden und schreibenden Fächern seither deutlich verschoben. Welches sind die neuen Signalbegriffe? Wo verlaufen die Konfliktlinien? Ein Kollektiv junger Autorinnen und Autoren sondiert das Spannungsfeld zwischen "Distant Reading" und "Surface Reading", materialistischen und ontologischen Programmen. Pointierte Artikel befassen sich mit Autorschaft, Form und Wissen, aber auch mit Ethik und Gesellschaft, Körper und Kognition, Materialität und Praxis, Realität und Oberfläche. Ein ideenreiches Kompendium, eine Karte des Territoriums für die literaturtheoretischen Debatten des 21. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.08.2021
Rezensentin Johanna-Charlotte Horst bekommt mit dem von Patrick Durdel, Florian Gödel u.a. herausgegebenen Band intellektuelle Orientierung. Auch wenn die literaturwissenschaftlich ausgebildeten Autoren der Texte im Buch noch um "handfeste" Methoden ringen, findet Horst die Ernsthaftigkeit vielversprechend, mit der sich die Beiträger der Theorie widmen, Themen wie Autorschaft, Materialität, Form oder Körper und Grenze diskutieren. Die Vorläufigkeit der Resultate solcher Beschäftigung empfindet die Rezensentin durchaus nicht als Makel.
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