Aus dem Englischen von Zoë Beck. In "Glückscollage" erzählt Ling Ma acht Geschichten von Menschen, die sich ihren Weg durch den Wahnsinn und die Wirklichkeit unserer kollektiven Illusionen bahnen: Eine Frau, die mit all ihren Ex-Freunden zusammen in einem Haus lebt. Eine zerstörerische Freundschaft, die sich um eine Droge dreht, die unsichtbar macht. Ein uraltes Ritual, das einen von allem heilen kann - wenn man sich nur lebendig vergraben lässt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.07.2024
Schon seit dem Debütroman "New York Ghost" ist Rezensentin Katharina Borchardt Ling-Ma-Fan. Und der neue Erzählband der amerikanischen Autorin enttäuscht die Kritikerin keineswegs, denn auch hier verschränke Ma auf geradezu brillante Weise Realismus und Surrealismus zu acht herrlich "bizarren" Geschichten, versichert Borchardt. Sie begegnet Schwangeren, denen Babyarme aus dem Bauch wachsen, bleibt mit Mas meist einsamen Heldinnen im Transit von Flughäfen hängen oder tritt durch dunkle Löcher direkt in ganz neue Welten. Wie die Autorin ihre migrantischen Figuren das Spannungsfeld zwischen Herkunft und Zukunft ausloten lässt und dabei mit einer Prise Horror auch immer Psyche freilegt, findet die Rezensentin schlicht "spektakulär".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2024
Rezensent Maximilian Mengeringhaus empfiehlt Ling Mas Storys in der Übersetzung von Zoe Beck. Die Geschichten der 1983 geborenen Autorin über traumatisierte junge Frauen, die vom Unglück verfolgt werden, passen laut Rezensent thematisch zusammen, stehen eher nicht für sich. Da ist ein Frauenschläger, der gleich in mehreren Stücken sein Unwesen treibt, in anderen Texten geht es um aufgezwungene Schönheitsideale und Anorexie, so Mengeringhaus. Was alle Frauen in den Texten sich insgeheim wünschen, meint er zu ahnen: die "erlösende Metamorphose". Doch die ist nicht leicht zu haben. Der Autorin attestiert er ein Gespür für den Zeitgeist und aktuelle Ängste, dazu Witz. Metaphorisch dürfte sie gern noch etwas uneindeutiger vorgehen, findet er.
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