Kurt Vonnegut

Der taubenblaue Drache

Schöne Geschichten
Cover: Der taubenblaue Drache
Kein und Aber Verlag, Zürich 2009
ISBN 9783036955391
Gebunden, 392 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Harry Rowohlt. Leidenschaftlich und witzig schreibt Kurt Vonnegut in diesen erstmals auf Deutsch erscheinenden Geschichten über Gott, die Liebe, Krieg und Karl Marx. In diesen zum ersten Mal auf Deutsch übersetzten Erzählungen lässt Vonnegut unter anderem einen Dolmetscher an seinen nicht vorhandenen Fremdsprachenkenntnissen leiden, er begleitet ein naives Ausreißerpärchen auf seinem Trip durch ein naives Amerika, und immer wieder protestiert er gegen die Dummheit des Krieges.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2010

Ein Geschenk ist in Alexander Koseninas Augen der aus Kurt Vonneguts Nachlass veröffentlichte Band, der 2008 unter dem Titel "Armageddon in Retrospect" im amerikanischen Original erschien und für den vorliegenden Band mit Erzählungen von 1999 zusammengefasst wurde. Vom Untertitel allerdings solle man sich nicht täuschen lassen, denn "schön" sei keine dieser eher ins Sarkastische spielende Erzählungen, betont der Rezensent. Im ersten Teil hat der amerikanische Autor Kriegserlebnisse verarbeitet, die Kosenina in ihrer erschütternder Intensität beeindrucken, etwa wenn er einen Brief liest, den der Autor aus dem Repatriierungslager Le Havre an seine Familie schreibt. Am stärksten berührt hat ihn aber der Text, in dem Vonnegut beschreibt, wie er unter deutscher Bewachung Leichen im völlig ausgebrannten Dresden abtransportieren muss. Der ältere Teil der Erzählungen dreht sich dann hauptsächlich um scheiternde Aufsteiger des American Dreams, und hier überwiegt ein eher "schnoddriger, lässiger, ein wenig absurde Ton", stellt der Rezensent noch fest, dem auch diese Texte gefallen zu haben scheinen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2009

Martin Zähringer begrüßt diesen Band mit Kurzgeschichten aus dem Nachlass des 2007 verstorbenen Schriftstellers Kurt Vonnegut. Die Texte des ersten Teils des Buchs beschreibt er als Verarbeitung von Vonneguts Erfahrungen als Kriegsgefangener in Deutschland, wo er die Bombardierung Dresdens miterlebte und mit der Bergung von Toten beauftragt wurde. Er konstatiert in den Kurzgeschichten eine "eindeutig antimilitaristische Tendenz". Auch die Vernichtung Dresdens werde scharf kritisiert. Zähringer sieht in den Kurzgeschichten um Krieg, Gewalt und Machtmissbrauch insbesondere das Thema Feindbild und den Manichäismus des amerikanischen Denkens angesprochen. Demgegenüber wird für Zähringer im zweiten Teil des Bands das "formale und inhaltliche Spektrum" von Vonneguts Schreiben sichtbar, hier gewähre der Schriftsteller einen "Blick in die Werkstatt und auf eine Ästhetik in nuce".