Thomas Meyer ist Makler für Luxusimmobilien und ein brillanter Verkäufer. Süchtig nach der Kontrolle und Manipulation spürt er jede Regung seiner Kunden, spielt mit ihren Wünschen und verwandelt diese für seine Firma in Gold. Thomas kommt aus einfachen Verhältnissen und hat den Aufstieg in die Welt des schnellen Geldes geschafft, der nächste Karrieresprung zum Greifen nah. Als sein Vater stirbt, wittert Thomas das große Geschäft. Die geerbte Schuhmacherei steht auf lukrativem Baugrund. Der Coup könnte Meyers größter Erfolg oder auch sein größter Fehler werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2015
Na bitte, da ist er doch, der Roman aus der Mitte unserer Gesellschaft! Und laut Martin Halter ist er auch noch alles andere als behäbig, sondern hochvirtuos, doch dabei rasant und mitreißend. Wie Lilian Loke die Geschichte von Aufstieg und Fall eines Turbo-Performers aus dem Immobilienbusiness erzählt, wie sie Figuren am Rand der Ausmusterung und die Theologie des Geldes seziert, begeistert Halter. Ein Blick für die sozialen Abgründe und die Fähigkeit zur treffenden Figurenzeichnung zeichnen die Autorin für Halter vor allem aus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.03.2015
Dana Buchzik merkt diesem Debütroman leider seine Herkunft aus den ewigen "Literaturbetriebsorganen" an. Wie so oft beklagt eine Rezensentin hier den Mangel an Risiko, Dynamik, Wucht und überraschender Psychologie. Alle handwerkliche Perfektion, die Buchzik der Autorin Lilian Loke durchaus attestieren möchte, kann das nicht aufwiegen. Zu vorhersehbar ist die Handlung um einen beruflichen Emporkömmling, die die Autorin zwar kontrastreich vermittelt, wie die Rezensentin einräumt, aber kaum mit unerwarteten Bildern oder Begebenheiten auszustatten weiß.
Schön, die Welt mal durch die Brille eines Maklers zu sehen, ein Buch lang wenigstens, meint Konstantin Richter. Dass der Makler einen zeitgemäßen Helden abgibt, mindestens so interessant und aussagekräftig wie ein Banker oder ein Manager, davon ist er überzeugt. Erst recht, wenn er so richtig schön arschlochmäßig rüberkommt, wie in Lilian Lokes Debütroman. Und sind Häuser nicht ein anschauliches Motiv, um Wirtschaft und Gesellschaft zu beleuchten? Schon, glaubt Richter. Und die Geschichte um den Raubtiermakler im Sturzflug findet er im Detail auch gut böse, treffend und lustig. Leider allerdings erscheint ihm die darin enthaltene Kapitalismuskritik dann doch allzu sehr in Schwarz und Weiß gehalten.
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