Leopold Federmair

Ein Fisch geht an Land

Roman
Cover: Ein Fisch geht an Land
Otto Müller Verlag, Salzburg 2006
ISBN 9783701311118
Gebunden, 172 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Am Anfang war der Aufbruch, zusammen leben, zusammen wohnen: die Wohngemeinschaft. Lebensentwürfe, so schien es, ließen sich hier leichter verwirklichen. Jeder bekam, was er brauchte, und mit den Pflichten nahm man es nicht so genau. Doch das liegt lange zurück. Aus Jasmin ist eine aufstrebende Journalistin geworden, die eine Zweckehe mit Mustafa führt, Rosa lebt in der Vergangenheit ihrer Ideale, Konrad droht von der virtuellen Welt verschluckt zu werden und Evelyn, die mit ihrer Tochter in der WG lebt, sieht sich als Krankenschwester einer inhumanen Medizin ausgeliefert. Als Kave auftaucht, hat sich in der WG die Wehmut eingenistet. Doch wer ist Kave? Ein Junkie? Ein Vogelfreier? Der Fremde, der mit Euphorie empfangen wird, nimmt sich der vergessenen Dinge an. Doch die Begeisterung hält nicht lange an. Was gut war, ist plötzlich unerträglich.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2006

Rezensent Samuel Moser kommt zu einem gemischten Urteil über diesen Roman. Einerseits findet Moser es offensichtlich interessant, wie der Autor Leopold Federmair seine Geschichte, die gleichzeitig WG-Milieustudie ist, immer wieder dekonstruiert: In acht Kapiteln, so Moser, zerredeten sich die politisch bewegten Figuren "buchstäblich ihre gemeinsame Geschichte". Das Thema Brüche ist in den Augen des Rezensenten jedenfalls ein zentrales Anliegen des Romans, der Autor legt sich auf nichts fest und lässt den Leser in relativer Unwissenheit. Trotzdem ist Federmair auch in diesem Punkt nach Mosers Einschätzung nicht hundertprozentig konsequent. Mit einem seiner Protagonisten, Kave, gibt Federmair seinem Abgesang auf die politische Bewegung "eine erstaunliche Überhöhung". Selbst mit den beiden Schlüssen, die Federmair anbietet, ist Moser nicht zufrieden. Während ihm das eine Ende "zu pompös" ist, erscheint ihm der zweite "zu üppig und versponnen".

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