Thomas Meinecke

Selbst

Roman
Cover: Selbst
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783518425480
Gebunden, 472 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Eine WG in Frankfurt am Main: Eva (Mode-Redakteurin, Kunsthistorikerin, "Prinzessin"), Genoveva (autodidaktische Sexualwissenschaftlerin, Forschungsschwerpunkte: Autogynophilie und Selfie Culture) und Venus (androgynes Model, Kulturwissenschaftlerin, Forschungsschwerpunkt: die Kolonien deutscher Vormärz-Auswanderer in Texas, insbesondere die Geschichte der nach Bettina von Arnim benannten libertären Kommune am Llano River). Sie schießen Modestrecken auf der Baustelle der EZB, werden Zeuge der polizeilichen Erstürmung des Instituts für Vergleichende Irrelevanz, gehen tanzen im "Robert Johnson" und suchen nach Zärtlichkeit jenseits einer von Freud, Foucault oder Butler als Gefängnis geschilderten Sexualität.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016

Rezensent Mark Siemons ist sich nicht sicher, ob er die Erkenntnis aus Thomas Meineckes Roman, dass es ein echtes Leben im künstlichen gibt, nicht auch leichter hätte haben können - durch einen Clubbesuch etwa. Auch, weil der Autor ja wie ein DJ arbeitet, wie Siemons weiß, Lana Del Rey und Bettina von Arnim mit Susan Sontag mixt, Text und Gendergrenzen veschwimmen lässt und sich um Handlung nicht viel schert. Doch gerade als Siemons schon hinschmeißen möchte (Lässt sich so was rezensieren?), meint er im Text selbst etwas wie einen ethnologisch distanzierten Blick auf all das schlaue, zitatgeschwängerte Schwadronieren der Platzhalterfiguren zu entdecken. Hat er sich getäuscht?
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