Klappentext
Das Lusthansa ist ein Haus, das atmet. Es erzählt von einer Familie, die weder Zeit noch Orte trennen. Kindheit existiert neben Adoleszenz, Lust neben Kummer. Kristalloma ist die Hausherrin dieser Gemeinschaft: Bruno, der stets an ihrer Seite wacht; Stevie und Maj, zwei Frauen, die sich so luftig wie abgründig lieben; Stevies Vater, der langsam seine Erinnerungen verliert, und seine Frau Linde, die trotzdem da ist. Die sechs machen Feuer, trainieren ihre Muckis, essen Paprikasuppe und sorgen füreinander, wie es niemand sonst tut. Bis die angrenzende Stadt einen Abrissbescheid schickt und die Welt gewaltsam ins Lusthansa eindringt.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.01.2026
Klingt wie ein Märchen und ist doch harte Realität mitsamt all ihrer Gewalt, ihren Traumata, und ihren Fragen nach Wohnraum, Schutz, Gemeinschaft, erklärt Rezensentin Marie Schoeß: Sophie Merwald bedient sich in ihrem ambitionierten Debütroman einer ganz eigenen, fantasievollen Sprache, um mittendrin, in den Ritzen einer spätkapitalistischen Gesellschaft eine fragile und gefährdete Anders-Welt für Ausgestoßene und Randständige zu entwerfen, lesen wir. "Lusthansa" heißt das Haus, der Schutzraum, den die Figuren in diesem Roman erfinden und zu erhalten versuchen. In diesem Buchstabendreher allein zeigt sich die Klugheit und Gewitztheit dieser Autorin, findet Schoeß: Da wird der Lufthansa, dem Inbegriff von Freiheit und Wohlstand, ein f genommen, und schon steht die Frage in Raum: Was verstehen wir tatsächlich unter Freiheit und Wohlstand? Flugreisen? Wirklich? Doch Merwald stellt nicht nur die Ideale unserer sogenannten Wohlstandsgesellschaften in Frage, sondern kreiert neue, hoffnungsvolle Bilder, eine neue Sprache, um Alternativen denkbar zu machen, so die beeindruckte Rezensentin.
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