Leonhard Burckhardt (Hg.), Jürgen von Ungern-Sternberg (Hg.)

Große Prozesse im antiken Athen

Cover: Große Prozesse im antiken Athen
C.H. Beck Verlag, München 2000
ISBN 9783406466137
Gebunden, 301 Seiten, 27,90 EUR

Klappentext

Politische Prozesse zur Ausschaltung unliebsamer Gegner, Prozesse wegen Religionsfrevels, aber auch solche wegen Mordes und Erbstreitigkeiten waren keine Seltenheit vor athenischen Gerichtshöfen. Berühmte Politiker wie Perikles und Alkibiades forderte man ebenso vor die Schranken des Gerichts wie den Philosophen Sokrates. Ihre Geschichte und die von vielen weiteren berühmten Rechtsfällen werden im vorliegenden Band erzählt und in ihren Besonderheiten erläutert. Aber auch ganz "bürgerliche" Gerichtsfälle sind berühmt geworden und finden dank ihrer überzeitlichen Thematik noch heute unser ungebrochenes Interesse: Was tut etwa ein braver athenischer Ehemann, wenn er einen Ehebrecher in flagranti erwischt? Und wie wehrt sich eine Familie, wenn ihr Erbe ins "Rotlichtmilieu" transferiert werden soll? In eigenen Beiträgen werden dem Leser zudem Aufbau und Geschichte des athenischen Gerichtswesens, aber auch wichtige Rechtsinstitutionen wie das sprichwörtlich gewordene Scherbengericht erklärt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2001

Große Prozesse und eine ganz klitzekleine Besprechung dazu von Stefan Fischer. Fischer zeigt sich erfreut über den "detaillierten Blick" auf das Gerichtswesen im antiken Athen, den der Band ermöglicht, auf das "Procedere politischer Entscheidungsfindung" - und auf die Vorgeschichte der Beteiligten sowie auf die "innen- und außenpolitische Situation, aus der sich die Stimmung in der Polis-Gemeinschaft erklärt." Achtung hat der Rezensent vor der kritischen Behutsamkeit der Autoren im Umgang mit den Quellen ("sie scheuen sich nicht, notfalls etwas im Ungewissen zu lassen"); dass über das Todesurteil gegen Sokrates "nur Vermutungen" geboten werden, macht ihn also nicht bös.

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