Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Harstein. Nach achtzehn Jahren im Exil kehrt der Schriftsteller Fernando nach Havanna zurück, um nach einem verschollenen Manuskript des Dichters José Maria Heredia zu suchen. Die Rückkehr führt ihn nicht nur zu den Geheimnissen der Freimaurer Kubas, denen Heredia angehörte, sondern auch in die eigene Vergangenheit: Wer hat Fernando vor bald zwanzig Jahren denunziert und damit ins Exil getrieben? Padura verwebt drei Handlungsstränge: Das Schicksal von Fernando, die Suche nach dem verlorenen Manuskript und die fiktiven Memoiren von Heredia. Gleichzeitig vermittelt er ein atmosphärisches Bild von Kubas Geschichte, vom beklemmenden Lebensgefühl im Exil und deckt erstaunliche Parallelen im Leben der beiden Schriftsteller aus zwei Jahrhunderten auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2016
Mit gemischten Gefühlen hat Rezensent Florian Borchmeyer Leonardo Paduras "Die Palme und der Stern" gelesen. Zwar folgt der Kritiker durchaus interessiert den zahlreichen Handlungssträngen, in denen Padura nicht nur auf den Spuren des kubanischen Nationaldichters Jose Maria Heredia wandelt und in Zuge dessen auch in der Vergangenheit der Freimaurer forscht, sondern auch eine spannende Detektiv- und Selbstfindungsgeschichte um seinen Protagonisten, den Exil-Literaten Fernando Terry entwickelt. Darüber hinaus erfährt der Rezensent in diesem Epos viel über die bewegte Geschichte Kubas. Dennoch muss Borchmeyer gestehen, dass ihm dieser Roman im Gegensatz zu Paduras grandiosen Kriminalromanen insgesamt leider zu fad und "harmlos" gerät.
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