Lena Müller

Club der Verschwenderinnen

Roman
Cover: Club der Verschwenderinnen
Edition Nautilus, Hamburg 2026
ISBN 9783960545026
Gebunden, 152 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Wenn Eli das Kind ins Bett gebracht hat und die Enge der eigenen vier Wände spürt, flieht sie in die Kneipe nebenan. Ihr Job als Übersetzerin ist bedroht, und als alleinerziehende Mutter bleibt ihr oft wenig Zeit für sich.Gunda steht seit fast zwanzig Jahren allein hinter dem Tresen. Als eine sommerliche Hitzewelle über die Stadt hereinbricht, trommelt sie die Mütter und Kinder des Hauses zusammen. Gemeinsam trotzen sie den extremen Temperaturen und verbringen ihre Zeit im kühlen Kneipenraum, spannen feuchte Laken über die städtische Betonwüste und hacken den asphaltierten Gehweg auf.Gemeinsam trotzen sie im kühlen Kneipenraum der Hitze, und Gunda beginnt zu erzählen: von ihrem Leben in der DDR zwischen Gehorsam und kritischem Denken, von Träumen, von wil den Diskussionen im Lesezirkel und davon, wie aus einem Kollektiv mit gemeinsamen Zielen immerhin Freundinnen mit gemeinsamen Erinnerungen wurden. Zwischen aufgeheizten Asphaltstraßen, Camping im Getränkelager und einer schattigen Datsche am Waldrand bei Gundas alter Gefährtin Claude entfaltet sich eine ungeahnte Freundschaft.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.09.2026

Für Rezensentin Liane von Billerbeck ist dieses Buch von Lena Müller ein "Glücksfall": In drei Kapiteln erzählt sie von Frauen, die versuchen, trotz Klimawandel und Rechtsruck im Osten irgendwie klarzukommen. Da ist zum Beispiel die Übersetzerin Elli, alleinerziehende Mutter, die sich Sorgen macht, dass KI ihre Arbeit in Zukunft übernimmt und die die 40 Grad in ihrer Hochhauswohnung nicht mehr aushält, lesen wir. Da klingelt die Kneipenbesitzerin Gunda bei ihr, die sie mit in ihr kühles Haus nimmt, wo ein ganzer Trupp an Frauen beginnt, sich selbst zu versorgen, wie Billerbeck schildert. Ihr gefällt, dass Müller diesen Zusammenhalt nicht als makellose Idylle beschreibt, sondern als Moment der Hoffnung, ohne den Bezug zur Realität zu verlieren. Gunda wird von einem Rechten verprügelt, Elli schweigt, weiß nicht, was zu tun ist - für die Kritikerin ziemlich realistisch. Wie der Roman Katastrophe und Hoffnung ausbalanciert, ohne ins Utopische zu gleiten, gefällt ihr.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Maxim Biller. Schwarze Samstage - Roman eines Jahres. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Maxim Biller: Schwarze Samstage
Eigentlich dachte Ari, der Ich-Erzähler von Maxim Billers neuem Roman, Ende der siebziger Jahre sei das Schlimmste vorbei gewesen: Nach ihrer Flucht aus der kommunistischen…