Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer. New York, in nicht allzu ferner Zukunft. Doug ist ein erfolgreicher Mittdreißiger, doch seit seiner Scheidung liegen sein Herz und sein Ego in Trümmern. Als Trost gönnt er sich die Frau seiner Träume: Annie, eine hoch entwickelte Androidin. Sie trägt Körbchengröße D, kocht jeden Abend für ihn, zieht sich hübsch an und passt ihre Libido seiner jeweiligen Stimmung an. Alles scheint perfekt, doch dann aktiviert Doug Annies "Autodidaktmodus", damit das Zusammenleben mit ihr spannender wird. Annie lernt von nun an dazu - und je ähnlicher sie einer normalen Menschenfrau wird, desto weniger perfekt verhält sie sich in Dougs Augen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.10.2026
Hoffentlich bleibt das, was Sierra Greer in ihrem neuen Roman schreibt, noch lange Science Fiction und wird nicht zur Realität, denkt Rezensentin Sylvia Staude, schließlich schreitet die Entwicklung humanoider Roboter rasant voran. Bei Greer ist es der geschiedene Doug, der sich für 220 000 Dollar eine Roboter-Ehefrau namens Annie kauft, deren Libido sich auf einer Skala zwischen 1 und 10 einstellen lässt, die einen Orgasmus vortäuschen kann, die aber nicht mehr so auf den Haushalt fokussiert ist wie ihre Vorgängermodelle, lesen wir. Manchmal vergisst Staude fast, dass Annie kein Mensch ist, weil die fürchterliche Beziehung zwischen Doug und ihr auch eine zwischen Personen sein könnte, abgesehen davon, dass gelegentlich ein Techniker vorbeikommt, um Annie zu warten und ihre Brüste zu vergrößern. Doug möchte nicht, dass irgendwer erfährt, dass er mit einem Roboter zusammen ist, aber sein Freund Roland erfährt es doch, wie die Kritikerin schildert, und hat Sex mit Annie, die sich aufgrund ihres "Autodidaktmodus" immer an die Menschen um sie herum und deren Wünsche anpasst. Gegen Ende versucht Annie, sich aus ihrem Joch zu befreien, wovon die Autorin für Staude originell und klug erzählt. Ein gruseliger, aber sehr interessanter und zum Nachdenken anregender Roman, schließt sie überzeugt.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 31.07.2026
Rezensentin Shirin Sojitrawalla empfiehlt Sierra Greers Geschichte einer nicht ganz gewöhnlichen Paarbeziehung als echten Pageturner. Der Mann ist toxisch, die von ihm bestellte Frau eine androide Maschine, die sämtliche KI-Diskurse auf sich vereint, wie die Rezensentin feststellt. Spannend ist die Story laut Sojitrawalla, da der Leser schnell auf der Seite der Mensch-Maschine ist, deren Menschwerdung er herbeisehnt, und gegen das Patriarchat. Komische Situation, findet die Rezensentin. Sprachlich kommt der Debütroman einfach bzw. "wie aus dem Kaugummiautomaten" daher, erklärt die Rezensentin. Aber die Dramaturgie ist raffiniert, findet sie.
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