Klappentext

Als Kara von Berlin nach Frankfurt fliegt, gerät das Flugzeug in ein schweres Gewitter. Im Angesicht des drohenden Absturzes scheint plötzlich Ramón wenige Reihen vor ihm zu sitzen. Ramón, der nie eingeladen war und trotzdem immer kam, der bei Kara und Karas bestem Freund Vince auf dem Sofa in der Küche übernachtete, bis er von einem Tag auf den anderen verschwand. Nach der Notlandung kehrt Kara ruhelos nach Berlin zurück, wo er sich auf die Suche nach Ramón begibt und damit auf die Spuren seiner eigenen Vergangenheit. Er findet den Verlorengeglaubten in einer Plattenbausiedlung und bietet ihm an, in Vince' ehemaliges Zimmer zu ziehen. Dort bekommt Ramón eines Nachts Besuch von Fremden. Wenig später ist er wieder verschwunden. Dass es diesmal ein Abschied für immer sein könnte, wird Kara bewusst, als er ihm bis nach Paris folgt, dort aber nur mehr eine Stadt in Aufruhr findet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2019

Rezensentin Lerke von Saalfeld liest Deniz Utlus zweiten Roman als Versuchsanordnung. Zeiten, Räume und Perspektiven sind oft unspezifisch, Realität und Irrealität kaum voneinander zu unterscheiden, erklärt sie, der Autor konzentriert sich auf die Möglichkeiten des sozialen Miteinanders am Beispiel dreier ungleicher Kommilitonen in der Jetztzeit. Für den Leser ist das mühsam, aber auch faszinierend, meint Saalfeld. Utlus Bilder und Beschreibungen findet sie nicht selten treffend und wuchtig.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.09.2019

Rezensentin Petra Kohse liest Deniz Utlus Roman über die Rache des Verdrängten, den Versuch des Wiederfindens und die Verantwortung für die Randständigen der Gesellschaft mit Interesse. Dramaturgisch und sprachlich scheint ihr der Text elegant, jedenfalls meistenteils. Gegen Ende verfängt sich der Autor laut Kohse leider in weitläufigen Betrachtungen, die keine Atmosphäre entstehen lassen. So erscheint der Text Kohse eher als Skizze mit gelungenem Auftakt und allzu genügsamem Fortgang.