Der einstige Ruhm des Dirigenten ist mangels Tondokumenten verblasst - der Komponist Mahler jedoch begehrter denn je. So waren die beiden Jubiläumsjahre 2010 und 2011 von einer intensiven Beschäftigung mit Mahlers Leben und Werk geprägt: Unzählige Konzertaufführungen, Neueinspielungen, internationale Festivals, Ausstellungen, Symposien und Publikationen zeugen von Mahlers Popularität. Der Band nimmt diese Auseinandersetzung mit Mahlers Musik als Grundlage für eine Standortbestimmung der aktuellen Mahler-Interpretation. Zu Wort kommen Experten aus der Musikwissenschaft sowie renommierte Interpreten, die das heutige Mahler-Verständnis greifbar werden lassen. Mit Beiträgen von Sylvia Caduff, Jens Malte Fischer, Peter Hagmann, Hartmut Hein, Reinhold Kubik, Silvan Moosmüller, Sir Roger Norrington, Sigfried Schibli, Wolfgang Schreiber, Bernd Sponheuer und Lena-Lisa Wüstendörfer.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2016
Hoch interessiert bespricht Jörg Rothkamm in der NZZ den von Lena-Lisa Wüstendörfer herausgegebenen Band "Mahler-Interpretation heute", der unter anderem nach der Ursache für Gustav Mahlers anhaltender Popularität fragt. Die Herausgeberin selbst zeigt eine für Rothkamm überraschende neue Perspektive zu Mahler auf: Sie lege die Attraktivität des Komponisten für die Pop-Kultur dar, die sich etwa durch die "hohe Schnittfrequenz heterogener Materialien und Stile in seiner Musik" erkläre, aber auch durch performative Aspekte seiner Musik, die in Aufführungen zur Geltung komme. Rothkamm erzählt auch, dass immer öfter eine "historisch informierte" Aufführungspraxis für Mahler-Sinfonien mit historischen Instrumenten und einer anderen Sitzordnung des Orchesters gefordert werde, wie sie unter anderem Roger Norrington mit dem Sinfonieorchester ds SWR versuche.
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