Laurenz Lütteken

Aufgehobene Revolution

Annäherungen an Richard Wagners "Ring"
Cover: Aufgehobene Revolution
Springer Gabler Verlag, Wiesbaden 2026
ISBN 9783662728680
Gebunden, 128 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Der "Ring des Nibelungen" von Richard Wagner ist auch 150 Jahre nach der Uraufführung des gesamten Zyklus eine Herausforderung. Dieses Buch lädt ein, sich auf das Werk aus neuen Perspektiven einzulassen. Neben Texten zum "Ring" finden sich weitere zu Wagners ideologischem Standort, zur Rolle von Goethes "Weltendrama" "Faust", zur Frage von Religion und Utopie sowie zu Fragen der Existenz im Exil. Es handelt sich um pointierte Essays, in denen Wagners Prägung durch Vormärz und Revolution im Zentrum steht, nicht so sehr der später behauptete, jedoch nicht wirklich belegbare "Bruch" zwischen frühem und spätem Wagner. Vielmehr wird zur Überbrückung der Distanz zwischen Revolution, Scheitern und Utopie Hegels Denkfigur der "Aufhebung" herangezogen. Dabei liegt der Fokus stets auf Wagners umfassendem Musikbegriff und dessen Bedeutung für die konkrete Beschaffenheit der Partituren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2026

Sowohl Wagner-Neulinge als auch alte Hasen können in dem Buch von Laurenz Lütteken Neues entdecken, freut sich Rezensent Jens Malte Fischer. Dem Untertitel zum Trotz geht es nicht nur um den "Ring", dem lediglich die erste Hälfte des Buches gewidmet ist - in vier Kapiteln untersucht der Autor dieses Mammutwerk für die Leser. Die zweite Hälfte enthält weitere Texte zum Komponisten, besonders lesenswert ist für den Kritiker der Part über Wagners Bezug auf Goethe. Ein absolutes "Glanzlicht" stellen für den Kritiker die Ausführungen zu Siegfrieds "Schmelz- und Schmiede-Liedern" in der Siegfried-Oper dar. Lütteken schreibt laut Fischer außerdem eingängig und unakademisch, aber keineswegs banal. Eine zentrale These ist, dass die Einteilung des Werks Wagners in einen revolutionären Beginn und ein reaktionäres Ende nicht haltbar ist; vielmehr argumentiert Lütteken mit Verweisen auf Hegel, dass die revolutionäre Energie des Frühwerks auch später, transformiert, spürbar bleibt. Eine tolle Sache ist diese Veröffentlichung, meint Fischer, der gerne auch ein längeres Wagner-Buch von Lütteken gelesen hätte.

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