Lars Henrik Gass

Film und Kunst nach dem Kino

Cover: Film und Kunst nach dem Kino
Strzelecki Books, Köln 2017
ISBN 9783946770176
Broschiert, 160 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe. Der Film kommt dem Kino abhanden, das als Massenmedium allmählich verschwindet. Kino hat eine eigenständige gesellschaftliche Wahrnehmungsform hervorgebracht, die den Film von den Künsten unterschied. Das ist der Befund von Lars Henrik Gass' so thesenfreudiger wie kenntnisreicher Streitschrift, die nun endlich in einer aktualisierten und deutlich erweiterten Neuausgabe erscheint. Gass hat ein parteiisches, auch polemisches Buch über den Niedergang des Kinos geschrieben. Er beschreibt die Bedingungen, unter denen Film heute als Kunstform entsteht und sichtbar wird. Zur Sprache kommen dabei viele Filme und Installationen (von Cyprien Gaillard, Douglas Gordon, Christian Marclay, Jesse McLean, Jon Rafman, Julian Rosefeldt, Steven Spielberg, Andy Warhol u.a.), historische Erscheinungsformen des Films (Expanded Cinema, Experimentalfilm, Found Footage, Installationen, Musikvideo usw.), vor allem aber die Frage nach der institutionellen, medialen oder systemischen Logik von Filmförderung, Internet oder Kunstbetrieb. Gass analysiert die gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen einer postkinematografischen Gegenwart anhand von Fernsehen, DVD, Internet, Filmfestivals, Ausstellungen oder Museen. Mehr als alles andere aber ist Film und Kunst nach dem Kino ein Manifest für eine Wahrnehmungsform: Vielleicht lässt sich das Kino erst im Moment seines Verschwindens wirklich verstehen. Und vielleicht haben wir die Lehre und die Kritik des Kinos nie dringender gebraucht als heute.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.11.2017

Nicolas Freund betrauert mit Lars Henrik Gass den Verlust einer Kunstform und ihrer Rituale. Die erweiterte Neuauflage des 2012 erschienenen Buches findet Freund gerechtfertigt, ist der Bedeutungsverlust des Kinos als Wahrnehmungsform, aber auch als Geschäftsmodell doch weiterhin im Gange. Die Veränderungen durch die Digitalisierung dokumentiert der Autor laut Rezensent nicht nur mit Herzschmerz, sondern auch mit einem Auge für die das Kino bewahrenden Institutionen und Festivals. Die dichte und kenntnisreiche Argumentation scheint Freund lesenswert, auch wenn hier und da bei Gass ein etwas idealisierter Filmkunstbegriff durchscheint.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Botho Strauß. Bleiben und Blicken. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Botho Strauß: Bleiben und Blicken
In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…