Tobias Wagner

Death in Brachstedt

Roman (Ab 14 Jahre)
Cover: Death in Brachstedt
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2025
ISBN 9783407759955
Broschiert, 208 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Der 15-jährige Leo lebt zusammen mit seinem zunehmend verwirrten Vater. Als der eines Morgens spurlos verschwindet, nutzt Leo die Gelegenheit: Endlich sturmfrei! Mit seinem besten Freund Henri, einem Film-Nerd durch und durch, stürzt er sich in eine bizarre, aufregende Woche. Sie drehen den Kurzfilm "Death in Brachstedt", eine abenteuerliche Flucht aus der Realität. Während sie sich bei den Dreharbeiten im heruntergekommenen Hotel seines Onkels austoben, ignoriert Leo gekonnt die drohende Katastrophe.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.08.2025

Ein starkes Jugendbuch legt Tobias Wagner laut Karin Hahn hier vor. Der Stoff ist autobiografisch geprägt, erfahren wir, die Handlung spielt in Halle an der Saale und dreht sich um Leo, dessen Vater dement ist, was zwischendurch für Schwierigkeiten sorgt. Eine andere wichtige Figur ist Henri, ein Regisseur, der Leo in seinem neuen Film besetzt, und zwar, setzt die Besprechung fort, in gleich allen Rollen. Henris fordernde Art der Regieführung wird im Buch thematisiert, beschreibt Hahn, außerdem unterhalten sich Henri und Leo über andere Regisseure wie Tarantino und Lynch. Viel mehr erfahren wir über den Inhalt des Buches nicht, zwischendurch gibt es noch fiktive Unterhaltungen zwischen Leo und Nora Tschirner, insgesamt ist das alles leichtfüßig geschrieben und pendelt geschickt zwischen lustigen und traurigen Stimmungen, freut sich Hahn.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.03.2025

Rezensentin Eva-Christina Meier annonciert ein besonderes Jugendbuch mit diesem Debütroman des Hallenser Autors Tobias Wagner. Erzählt wird die Coming-of-Age-Geschichte des 15-jährigen Leo, dessen Mutter früh starb und dessen Vater plötzlich Anzeichen von Demenz aufweist. Trost findet Leo in der Freundschaft zu seinem neuen Banknachbarn Henri, Sohn einer wohlhabenden französisch-bosnischen Familie, mit dem er gemeinsam während der Ferien einen Horrorfilm dreht. Nicht nur, wie der Autor die unterschiedlichen Temperamente und Lebensverhältnisse der Jungs aufeinanderprallen lässt, gelingt laut Meier wunderbar, vor allem gefällt ihr, dass Wagner ein Risiko eingeht, in dem er mit der Horror-Story eine zweite Ebene einbaut. Ein "unkonventionelles" Jugendbuch, das leichthändig von einem schweren Schicksal erzählt, resümiert die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2025

Gern folgt Rezensentin Lena Bopp Leo, der Hauptfigur dieses Jugendbuches, durch dessen nicht einfaches Leben. Leo, 15 Jahre alt, weiß nicht so recht, was er vom Leben will, seine Mutter ist schon länger tot, sein an Demenz erkrankter Vater verschwunden, allein zurückgelassen sieht sich Leo gezwungen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und doch einmal eine Entscheidung zu fällen. Dabei hilft ihm sein Freund Henri, ein deutlich entschlossenerer und tatkräftigerer Typ. gemeinsam drehen die beiden schließlich einen Film. Wagner entwirft eine reizvolle Mischung aus "Coming-of-Age und Roadmovie", freut sich Bopp: Dieser Filmdreh bedeutet für Leo einen Befreiungsschlag, der ihm nicht nur Wissen über Arthousekino und Kunstblut beschert, sondern in vor allem lehrt, auf die "innere Stimme" zu hören, so Bopp, die dieses Jugendbuch auch dank seiner "schnellen Szenenwechseln, schlagfertigen Dialogen und schönen Cliffhangern" nachdrücklich empfehlen kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2025

Sehr zugetan bespricht Rezensentin Christine Knödler diesen mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichneten Debütroman von Tobias Wagner. Erzählt wird die Geschichte des fünfzehnjährigen Leo, der nach dem Tod der Mutter auch den Vater an Demenz verliert, aber durch Freundschaft, eine erste Liebe und vor allem den Film aufgefangen wird. Allein wie der Autor das allmähliche Verschwinden des Vaters mit der Identitätsfindung des Sohnes in diesem außergewöhnlichen Coming-of-Age-Roman verschneidet, findet die Kritikerin bewundernswert. Den eigentlichen Reiz macht für sie aber das "popkulturelle Feuerwerk" aus, das Wagner zündet: Von Tony Stark und Sigourney Weaver bis Nora Tschirner und Alexander Kluge reichen die Referenzen, die manch jugendlicher Leser vermutlich googlen muss, glaubt Knödler. Macht aber nichts, findet sie, denn es ist gar nicht schlecht, wenn sich Jugendliche ein wenig vertiefen können. Darüber hinaus lobt die Rezensentin Wagners mitunter filmische Erzählweise. Den Roman hält sie für so "kühn" wie "ambitioniert".

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