Aus dem Englischen von Gabriela Bracklo. Der jüngste Sohn einer armen Bauernfamilie war klug, klein und zierlich und so gar nicht geschaffen für die Arbeit auf dem Hof. Seine Eltern geben ihn als Altardiener zum Priester in den Tempel. Er lernt viel, und er malt viel, aber immer nur Katzen und das überall. Das wird dem alten Priester zu viel. Er schickt ihn fort und gibt ihm einen einzigen, prophetischen Rat mit auf den Weg: "Vermeide größe Räume in der Nacht, halte dich an kleine."Auf sich selbst gestellt, erlebt er ein großes Abenteuer und wird zum Helden. In einem nächtlich beleuchteten, menschenleeren Tempel bemalt der Junge die staubigen Wände mit Katzen. Überwältigt von Müdigkeit verkriecht er sich in einen kleinen Wandschrank, so wie es sein Lehrmeister ihm riet. In der Nacht erwacht er von furchtbarem Lärm, traut sich aber erst nach Sonnenaufgang aus seinem sicheren Versteck. Was er erblickt, zeugt von einem erbitterten Kampf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2021
Als Entdeckung feiert Rezensentin Lena Bopp Anita Kreituses Version des japanischen Märchens vom "Jungen, der gern Katzen malte". Die Fabel ist so zauber- wie rätselhaft und die lettische Zeichnerin (deren Stil Bopp schon vom Yogi-Tee aus dem Bioladen kennt) versieht sie passend dazu mit Bildern, die auf einen klaren Mittelpunkt sowie auf eine Perspektive verzichten, erklärt die Rezensentin, so dass die Katzen zu guten Geistern werden, die über den Jungen wachen. Besonders berührt die Rezensentin allerdings in der Geschichte, die Lafcadio Hearn erstmals vor hundert Jahren einem westlichen Publikum zugänglich machte, der Junge, der zwar recht folgsam sei, aber dennoch nur seiner Leidenschaft nachgehe.
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