Kurt Lanthaler

Napule

Ein Tschonnie-Tschenett-Roman
Cover: Napule
Haymon Verlag, Innsbruck 2002
ISBN 9783852184012
Gebunden, 220 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Der gewesene Matrose und Lastwagenfahrer Tschonnie Tschenett trifft seinen alten Freund Toto, Polizist mit Sonderstatus, in Napoli, wo ein gespenstisch sinnloser Kongreß der europäischen Polizeien stattfindet. Mit von der Partie ist auch Ciro, genannt 'o professore; in Totos Polizeischuljahren Aushilfslehrer, seither Inspektor in Napoli, in der Vergangenheit mit einigen der großen italienischen Verschwörungen und Verbrechen befaßt. In 'o professores Büro findet sich ein geköpfter Hahn: Warnung wovor? Welcher Fall aus seiner Vergangenheit holt ihn ein?

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

ie sind alle miteinander, allen voran der Ich-Erzähler Tschenett, in eigentümlicher Mischung resigniert und rebellisch zugleich. Nie bereit, sich zu ducken, aber auch nie gewillt, sehr viel mehr als Maulhelden zu werden. Im Roman bildet sich das ab, auf originelle Weise. Das Glossar, das schon bisherigen Tschenett-Büchern anhing, ist diesmal beinahe inkorporiert ins Erzählen, indem nämlich, in der Schein-Gestalt der Begriffserklärung, Tschenett oder ein anderer Erzähler, einfach weiterredet, mal erläuternd, mal abschweifend, oft und oft eine Suada gegen die verrotteten Zustände schleudernd. ..
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.11.2002

Ein bisschen vorhersehbar findet Rezensent Gerrit Bartels die Weisheiten, die Kurt Lanthaler in seine neuen Geschichte um den italienischen Privatdetektiv Tschonnie-Tschenett streut, was zur Folge hat, dass der Roman "manchmal eine Idee zu eifrig und zu korrekt um die Ecke" kommt. Aber diese bemühte politische Korrektheit tut dem Unterhaltungswert des Buches keinen wirklichen Abbruch. Es schadet der Erzählung laut Bartels auch nicht, dass sie auf einen "zielgenauen Plot" verzichtet - etwas anderes erwartet unser Rezensent ohnehin nicht von Kurt Lanthalers Geschichten. Interessant sei diese Geschichte vor allem, weil sie ein "Sittengemälde Italiens im Allgemeinen und Neapels im Besonderen" entwirft. Die Stärke des Autor liegt nach Bartels Meinung ganz deutlich in "wissenswerten, gesellschaftskritischen oder statistischen Abschweifungen" und im Atmosphärischen.
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