Kurt Flasch

Meister Eckhart

Philosophie des Christentums
Cover: Meister Eckhart
C. H. Beck Verlag, München 2009
ISBN 9783406600227
Gebunden, 272 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Der große spekulative Denker und Philosoph, Metaphysiker, Theologe und Ethiker Meister Eckhart (um 1260-1328) fasziniert bis heute - durch die Radikalität seines Denkens und die Kraft seiner Sprache. Kurt Flasch bietet in diesem Buch eine neue Gesamtdarstellung von Eckharts Leben und Lehre vor dem Hintergrund des intellektuellen Umfelds seiner Zeit.
Die Forschungen der letzten Jahrzehnte haben das Bild Meister Eckharts verändert. Dieses Buch versucht eine Bilanz. Es führt ein in Meister Eckharts Denken und lädt ein, seine Werke zu lesen und seine Aussagen mitzudenken. Kurt Flasch behandelt dabei klar und prägnant alle Werke Eckharts und bezieht sie, wo möglich, auf ihren biografischen Hintergrund und auf die geschichtliche Welt, aus der Eckhart kam und gegen die er sich stellte. Die wichtigen Lebensstationen Paris, Erfurt, Straßburg oder Köln kommen ebenso zur Darstellung wie Eckharts tragisches Schicksal - der Tod in Avignon, der Inquisitionsprozess und die Verurteilung durch seine Kirche.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.04.2010

Dirk Lüddecke schreibt eine wahre Eloge auf Kurt Flasch. Wenn dieser unerschrockene Denker und Ausleger sich einer harten Nuss wie Meister Eckhart annimmt, kann Lüddecke sicher sein, dass philologische "Kunst und Beflissenheit" und philosophische und historische Nüchternheit Hand in Hand gehen. Flaschs Gesamtansicht liest Lüddecke als Widerspruch gegen eine Deutung Eckharts als Mystiker. Wenn Flasch den Schutt überholter Eckhart-Rezeption zusammenkehrt und uns, ausgehend von Selbstzeugnissen, mit scharfem Blick, stilistischer Brillanz und einer gewissen Lässigkeit Eckhart als Philosophen des Christentums zeigt, scheint der Rezensent glücklich überzeugt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.03.2010

Bewunderung erntet Kurt Flasch von Thomas Assheuer für seine Bemühungen, Meister Eckhart zu rehabilitieren, der 1327 von der Inquisition als Häretiker angeklagt wurde und von manchen Interpreten bis heute als "Mystiker verklärt" wird. Der Autor lege mit ungeheurem Enthusiasmus und profunder Kenntnis sowohl der Werke Eckharts wie der Prozessakten der Inquisition dar, dass es sich bei den Lehren Eckarts nicht um bloße mystische Schwärmerei, sondern um eine "radikal neue christliche Philosophie" handelt, die von der katholischen Kirche vehement unterdrückt wurde. Flasch verteidigt ihn damit in den Augen des Rezensenten überzeugend sowohl gegenüber denjenigen Interpreten, die in ihm immer nur den verzückten Esoteriker sehen wollen und gleichermaßen gegen die "päpstliche Orthodoxie", so Assheuer zufrieden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.03.2010

Sehr eingenommen ist Rezensent Uwe Justus Wenzel von Kurt Flaschs Buch über Meister Eckharts Philosophie des Christentums. Flasch ist für ihn ein "eminenter Autor" und ausgezeichneter Kenner der Materie. Er hebt hervor, dass Flasch Meister Eckhart nicht - wie es oft getan wird - als Mystiker betrachtet, sondern als Theologen und Philosophen, dem es darum ging, die Inhalte des christlichen Glaubens als Vernunftwahrheiten zu erweisen. Kritisch sehe Flasch das heutige Bedürfnis nach Mystik und der daraus resultierenden Lektüre von Eckhart. Wenzel schätzt insbesondere Flaschs Interpretation von Eckharts Schriften, bei der stets die zugrunde liegende philosophische Systematik deutlich werde. Das Besondere ist für ihn dabei, dass Flasch die Texte zum einen in ihrer historischen Bedingtheit und in ihrem zeitlichen Kontext verständlich macht, zum anderen sie aber so liest, als gingen sie den heutigen Leser unmittelbar an.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2010

Angeregt und fasziniert berichtet Rezensent Jürgen Kaube von diesem neuen Buch des Philosophiehistorikers Kurt Flasch, zu dessen achtzigstem Geburtstag er zugleich gratuliert. Flasch widmet sich in diesem Buch Meister Eckhart und befreit ihn zur Freude des Rezensenten von dem Etikett "Mystiker". Kaube sieht ihn stattdessen als einen "Theoretiker mit hohem Gespür für die Welterschließungskraft begrifflicher Dispositionen" dargestellt, wie er leider weniger bündig formuliert. Was Kaube an Flaschs Herangehensweise imponiert, ist zum einen, dass er sich nicht einfach auf die historistische Wiedergabe des Eckhart'schen Denken beschränkt, sondern seine Sympathie für den dominikanischen Ordensbruder durchaus zu erkennen gibt. Zum anderen aber, dass Flasch auch nie in Versuchung gerät, sich dessen Ideen oder Gedanken zu eigen zu machen.
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