Klaus Harpprecht

Schräges Licht

Erinnerungen ans Überleben und Leben
Cover: Schräges Licht
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783100300676
Gebunden, 560 Seiten, 26,99 EUR

Klappentext

In seiner Autobiografie erzählt der Autor und Journalist Klaus Harpprecht erstmals von seiner eigenen Kindheit und Jugend im schwäbischen Pfarrhaus, vom Verlust beider Brüder im Weltkrieg und vom Chaos der 1940er Jahre. Aber auch von den Frauen schreibt er, vom Glück der Freundschaft und von den erfindungsreichen Improvisationen, die ihn schließlich zum maßgeblichen Publizisten nicht allein deutscher Zeitgeschichte werden ließen - ob als früher Korrespondent des ZDF in Washington, als Deutschlands erster Redenschreiber für den Kanzler Willy Brandt oder als Biograf von Thomas Mann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.03.2015

Stephan Speicher ist neugierig auf diese Biografie von Klaus Harpprecht, weil sie so umfangreich geraten ist, der Autor dabei bloß bis in die 1970er vorstößt und Harpprecht seine Zeit als Redenschreiber für Willy Brandt eher nebensächlich behandelt. Was bietet das Buch also?, fragt sich der Rezensent. Einen Abriss der angeblich so muffigen Nachkriegsära, die der Autor allerdings anders erlebt hat, wie Speicher staunend feststellt. Von erotischen Eskapaden ist da die Rede und von den glorreichen Zeiten des Autors beim Rundfunk, wie wir erfahren. Dass Harpprecht kein großer Intellektueller ist, der die Zeitläufe oder auch nur Kunst und Kultur klug zu analysieren weiß, merkt Speicher schnell. Dafür erkennt er die Begabung des Autors zu Freundschaften.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2015

Es ist schwierig, bei Klaus Harpprechts Autobiografie "Schräges Licht" im Lesen innezuhalten, findet Cord Aschenbrenner, die melodische, zeitlose Sprache und die Dichte des Erzählten ziehen ihn widerstandslos durchs Buch, so der Rezensent. Harpprecht erzählt darin von seiner Kindheit und Jugend als Sohn eines schwäbischen Pfarrers, vom Krieg und der Zeit danach, als man noch ohne Abitur und Studium Journalist werden konnte, von seiner Freundschaft zu Helmut Schmidt und immer wieder von seiner Ehe mit der Journalistin Renate Lasker-Harpprecht, fasst Aschenbrenner zusammen, der besonders angenehm findet, dass Harpprecht sich nicht mit angestrengt tiefsinnigen Selbstbetrachtungen aufhält - sein Leben biete auch so ausreichend Erzählstoff, verspricht der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2014

Apropos Manieren, meint Rainer Blasius, wenn Klaus Harpprecht in seinen Erinnerungen auf Helmut Schmidts nicht eben menschenfreundliches Benehmen zu sprechen kommt. Dass der Autor in seinen Erinnerungen noch immer Groll auf Schmidt erkennen lässt, weil der ihn einst als Brandt-Höfling bezeichnet hatte, scheint dem Rezensenten gleichfalls kritikwürdig. Davon abgesehen zeigt er sich berührt und beeindruckt von den Schilderungen im Band, die Harpprechts Karriere nachzeichnen, vom Volontär bei "Christ und Welt" bis zum ersten ZDF-Korrespondent in Washington und Kanzlerberater.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 29.11.2014

Klaus Harpprechts Erinnerungen weiß Wolf Lepenies wunderbar zusammenzufassen. Als Kritik für Leser taugt seine Beprechung allerdings nur wenig. Dass der Autor seine Freude über die Westorientierung und die demokratische Wende der Deutschen nach dem Krieg in seine Lebenserinnerung einfließen lässt und er als Publizist selber Anteil daran hatte, wie Lepenies schreibt, ist fein, aber doch etwas wenig Information. Und dass Harpprecht auf ein langes Leben "voller unvergesslicher Episoden" zurückblicken darf, sei ihm gegönnt, macht den Lesermund aber auch nicht wässrig.