Fremdenfeindlichkeit in Deutschland ist kein Problem gewaltbereiter junger Männer oder rechtsextremer Randgruppen, sondern fremdenfeindliche Einstellungen sind in der "Mitte der Gesellschaft" anzutreffen. So lautet die zentrale These der Essener Erziehungswissenschaftler Klaus Ahlheim und Bardo Heger. In ihrer jüngsten Veröffentlichung legen die Autoren mit einem "pädagogischen Blick" empirische Befunde über die Entwicklung und Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungen in Ost- und Westdeutschland, über mögliche Ursachen wie über den Zusammenhang von Erziehung, Schulbildung und Fremdenfeindlichkeit vor.
In einer kurzen Besprechung stellt Toralf Staud die beunruhigenden Ergebnisse der Studie vor: Zwar trage das Buch wenig zur Beantwortung der Frage bei, warum es zu gewalttätigen fremdenfeindlichen Übergriffen komme, doch werde einiges über das soziale Umfeld, das sie ermögliche, mitgeteilt. Die Autoren kommen nach der Auswertung von Meinungsumfragen von 1980 bis 1998 zu dem Ergebnis, dass "fremdenfeindliche Denk- und Orientierungsmuster längst zum Alltag dieser Republik" gehörten, zitiert der Rezensent die Autoren.
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