Aus dem Schwedischen von Alken Bruns. Als Sohn eines ukrainischen Gutsbesitzers zu Beginn des 19. Jahrhunderts geboren, in Petersburg als Theaterautor gefeiert, nach Italien geflüchtet, pilgerte er, des Lebens überdrüssig, bis nach Palästina: Nikolai Gogol. Ihm wurde zuteil, was nur wenige Schriftsteller erleben dürfen: Bereits zu Lebzeiten erreichte er große Popularität. Und doch hungerte er sich - kaum älter als vierzig - in Moskau zu Tode. Ein außergewöhnliches Leben, schwankend zwischen Ruhm und innerer Zerrissenheit, das die Grenzen der klassischen Biografie sprengt. Kjell Johansson hat sich deshalb bewusst an die romanhafte Darstellungsform gewagt. Er lässt Gogol aus der Ich-Perspektive sein Leben erzählen - nicht etwa als bloßen Nachvollzug biografischer Lebensdaten, sondern indem er die innere Empfindungswelt des russischen Dichters auf den ihm eigentümlichen und für die damalige Zeit neuartigen Erzählstil bezieht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2001
Kristina Maidt-Zinke ist enttäuscht von diesem Roman des schwedischen Autors, der sich an einer fiktiven Autobiografie Gogols versucht hat. Leider, so die Rezensentin, hat Johansson jegliches "satirische Potential" ungenutzt gelassen und statt dessen in streng chronologisch aufgebautem Rückblick einen eher "larmoyanten und schwärmerischen" Ton angeschlagen. Statt die sich anbietende interessante Spannung zwischen Wahn und Wirklichkeit auszuschöpfen, sei so das Porträt eines "gleichmäßig überspannte Neurotikers" entstanden, zudem mit einer gehörigen Portion Pathos, was der Rezensentin missfällt. Den "hohen intellektuellen Anspruch", der sich in Gogols Essays findet, kann man bei diesem Roman "getrost an der Garderobe abgeben", bemerkt die Rezensentin abschließend.
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